Bovender Sportverein - Der persönliche Kontakt ist das allerwichtigste

Manfred Amme, Leiter der Tennisabteilung des Bovender Sportvereins, über sein Rezept für eine gute Nachbarschaft.

Vereine, die wie der Bovender SV unmittelbar an Wohngebiete grenzen, haben nicht selten Konflikte mit den Anwohnern zu beklagen. Sie kennen so etwas auch von Ihrem Verein…?
Amme: Ja. Wir hatten früher ebenfalls Probleme mit den Anwohnern der benachbarten Siedlungen. Meist ging es dabei um Lärmbelästigung durch Punktspiele oder Vereinsfeiern. Streitigkeiten gab es auch bezüglich der Parkplatznutzung und um den Schmutz, den die Frühjahrsinstandsetzung mit sich bringt.
Sie sagten früher, das heißt, heute haben sie keine Konflikte mehr?
Amme: Wir konnten die Probleme durch Nachbarschaftsgespräche und Kompromisse beilegen. Als ich vor zehn Jahren Leiter der Tennisabteilung wurde, war es von Anfang an mein Ziel, die Kommunikation zwischen dem Verein und den Anwohnern zu verbessern. Aus diesem Grund bin ich persönlich auf die Nachbarn zugegangen und habe ihnen zudem einen Brief übergeben. Darin habe ich mitgeteilt, dass wir uns der bestehenden Probleme bewusst sind und uns bemühen, eine für beide Seiten vertretbare Lösung zu finden. Durch die anschließenden Gespräche haben wir viele Probleme beseitigen können und haben jetzt ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis.
Und wie sehen diese Lösungen im Einzelnen aus?
Amme: Ein wichtiger Einstieg, um Kompromisse zu finden, war zunächst die persönliche Kontaktaufnahme. Sie setzt sich unter anderem auch darin fort, dass wir gerade im Hinblick auf die Frühjahrsinstandsetzung unsere Nachbarn schon im Vorhinein darauf hinweisen, dass wir den entstehenden Schmutz auch wieder beseitigen werden. Das beugt vielen Problemen vor. Ähnlich sieht es mit den Parkplätzen aus. Nach Absprache mit den Anwohnern sind fünfzehn Parkplätze dauerhaft für die Nachbarn reserviert. So können Konflikte vermieden werden und die Nachbarn sehen ganz direkt, dass wir uns bemühen.
In Sachen Lärmbelästigung hat sich die Situation zum Teil dadurch entschärft, dass wir heute wesentlich weniger und auch kürzere Punktspiele haben, als früher. Früher fingen Punktspiele um acht Uhr morgens an und gingen dann bis abends um acht; heute beginnen sie um neun und es ist um sechs Uhr abends Schluss. Zusätzlich bemühen sich die Mannschaftführer um aktive Lärmreduzierung: Mannschaftsfeiern finden ab einer gewissen Uhrzeit im Clubhaus statt und nicht mehr draußen. Es hat sich außerdem als förderlich erwiesen, Nachbarn zu Veranstaltungen einzuladen. Das sorgt nicht nur für ein Zugehörigkeitsgefühl, sondern hat in manchen Fällen dem Verein sogar neue Mitglieder beschert.
Was würden Sie anderen Vereinen mit ähnlichen Problemen empfehlen?
Amme: Meiner Erfahrung nach sollte man es möglichst vermeiden, bei Konfrontationen mit den Nachbarn z.B. einen Anwalt einzuschalten. Das führt nur zu einer unnötigen Eskalation. Um Kompromisse zu finden, ist der persönliche Kontakt das allerwichtigste und auch einer schriftlichen Kommunikation vorzuziehen. Manche nachbarschaftlichen Probleme können auch von vornherein vermieden werden, z.B. indem der Spielplan so gestaltet wird, dass eine Lärmbelästigung nicht gerade zu ‚kritischen‘ Zeiten zum Tragen kommt. Wenn aber doch Probleme entstehen, ist immer der persönliche Kontakt zu suchen. Auch schadet es nicht, wenn der Verein ein gutes Verhältnis mit der Gemeinde hat, was bei uns durch unsere aktive Beteiligung in der Gemeinde der Fall ist. Das hat sich in vielen Situationen als Vorteil erwiesen. Das Gespräch führte Simon Whybrew

Der Bovender Sportverein

Im vergangenen Jahr feierte der Bovender SV sein 150-jähriges Bestehen. Seit fast vierzig Jahren ist beim Bovender SV mit seinen fünfzehn Sportabteilungen auch die Abteilung Tennis mit von der Partie, denn die wurde nach dem Bau der ersten fünf Tennisplätze im Jahr 1973 gegründet. Eine Warteliste für tennisfreudige Mitgliedschaftsanwärter musste damals angelegt werden, die Erweiterung um zwei zusätzliche Tennisplätze und das Vereinshaus folgte Ende der 70er Jahre. Heute wird die Tennisanlage mit 2-Platz-Halle, Einspielwand, Kinderspielplatz, Tennishaus und sieben Sandplätzen von 270 Mitgliedern genutzt. Schnupperkurse, Eröffnungs- und Freundschaftsturniere sowie Sommerfeste prägen das gesellige Vereinsleben. Ein besonderes Augenmerk legt der Bovender SV auf die Jugendarbeit und das macht sich bemerkbar: mit rund 100 Kindern und Jugendlichen macht der Tennisnachwuchs gut ein Drittel der Mitglieder aus.
www.bovendersv.de
info@bovendersv.de

Deine RETURNAL Redeaktion

Die Datenschutzbestimmungen habe ich zur Kenntnis genommen.

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Passende Artikel