Zeitgemäßes Sponsoring

So wie sich alles laufend wandelt, wandelt sich auch, was laufend handelt… Im Sponsoring-Bereich ist heute vieles anders, als es früher einmal war. 

Sponsoren geben sich längst nicht mehr damit zufrieden, dass der Verein eine bedruckte Tennisblende aufhängt und dafür regelmäßige Geldbeträge einstreicht. Stattdessen setzen Sponsoring-Partnerschaften heute verstärkt auf eine aktive Gegenseitigkeit. Das beinhaltet etwa gemeinsame Auftritte von Verein und Sponsor und auch, dass der Verein den Sponsor tatkräftig kommuniziert. Es bedeutet, dass der Sponsor den Vereinsmitgliedern vorteilhafte Konditionen für seine Angebote gibt, aber auch, dass die Mitglieder - auf freiwilliger Basis, aber doch in einem gewissen Rahmen - von den Angeboten Gebrauch machen sollten. Sponsoring-Partnerschaft, das heißt, wie am Beispiel des Niedersächsischen Tennisverbandes (NTV), auch die Positionierung und Bewerbung des Partners auf allen Kanälen: auf der Homepage, in der Verbandszeitung, im Newsletter, auf Veranstaltungen und bei Turnieren. „Vielleicht mag es Ihnen so manches Mal erstaunlich vorkommen, wenn wir unsere gesamten Kommunikationsmöglichkeiten nutzen, um Sie über unsere Partner zu informieren, Ihnen auf allen Wegen die aktuellen Angebote darstellen. Aber in der heutigen Zeit gehört diese Form einer Partnerschaft dazu, es ist ein Geben und Nehmen - und dieses Geben und Nehmen ist ergebnis- und vor allem erfolgsorientiert. Wir dürfen dabei nicht vergessen, dass wir durch unsere Partner Projekte und Aktivitäten finanzieren können, ohne die Mitglieder zusätzlich belasten zu müssen“ klärt der NTV-Vizepräsident Finanzen, Olav Meyer, in der „niedersachsen-tennis“ die Verbandsmitglieder auf. Das aktive Kooperieren von Verband (bzw. Verein) und Sponsor nennt er auch „die Partnerschaft mit Leben füllen“.
Damit dies überhaupt gelingen kann, ist es zwingende Voraussetzung bei der Sponsorensuche einen Partner aufzutun, mit dem dies überhaupt sinnvoll möglich ist. Neuester Partner des NTV ist ein Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln für den Sportbereich – hier liegt es auf der Hand, dass Mitglieder sich für die Produkte interessieren und diese konsumieren und dass Werbung des Sponsors auf Sportevents weitere Interessenten erreichen kann. Aber Sponsoring muss nicht auf ein solches nach wie vor stark finanziell geprägtes Verhältnis beschränkt sein: auch sind Kooperationen im Sinne (ausschließlich) zweckorientierter Partnerschaften möglich und sinnvoll. „Die Bereitstellung von Werbeflächen in der Sporthalle im Austausch mit Werbeflächen im Einkaufszentrum oder die Betreuung von Nachwuchscamps als Plattform zur Ansprache junger Sportler“ führt Sportmarketing-Spezialist Jan Kratochvil als Beispiele hierfür an (Kratochvil, Jan: Modernes Marketing für Sportvereine. Ein Praxishandbuch. Meyer & Meyer Verlag, 2011).
Wie jedoch wird ein Sponsor gewonnen? Das wichtigste Instrument hierfür ist ein präzises, nicht zu umfangreiches und in sich schlüssiges Konzept, das aus attraktiven Komponenten besteht, die objektiv begründet sowie überzeugend formuliert und präsentiert werden. Viele Unternehmen erhalten tagtäglich zahlreiche Anfragen, von denen sich das eigene Konzept abheben sollte, so dass es Beachtung und Wertschätzung vom Unternehmen erfährt. So erhält man die größte Chance, ein Unternehmen als Sponsoring Partner zu gewinnen. Um noch einen weiteren Schritt auf das jeweilige Unternehmen zuzugehen, sollten Tennisvereine bereits im Voraus Sponsoring-Pakete zusammenstellen. Das erspart dem Unternehmen zusätzliche Arbeit. Auch inhaltlich sollte das Sponsoring-Konzept möglichst professionell aufgebaut sein. Angaben zum Umfang, zur Finanzierung und zum Zeitrahmen der Geschäftsbeziehung sollten darin enthalten sein. Zudem muss der Verein seine Arbeit, Grundsätze und Ziele in einem Vereinsprofil vorstellen. Angaben zu den Mitgliedern und Zuschauern bzw. Besuchern bei Turnieren oder öffentlichen Veranstaltungen sind essentiell wichtig für den potentiellen Sponsor, damit er seine Zielgruppe darin identifizieren kann. Tennisvereine sollten in dem Konzept auf ihre Öffentlichkeitsarbeit und die daraus resultierende Medienresonanz eingehen.
Denn dadurch ist für den Sponsor erkennbar, welche mögliche Reichweite er mit seiner Werbung erlangen kann. Grundlage einer kompakten und griffigen Darstellung all dieser für den Sponsor entscheidenden Informationen, ist eine Präsentationsmappe (mind. als PDF-Datei zum Download bzw. Versenden per Mail). Mustergültige Präsentationsmappen stellen bspw. der TUS Elch 1963 Holzwickede und der Tennisklub Grün-Weiss Mannheim auf ihren Homepages zur Verfügung (diese und weitere Web-Adressen finden Sie auf der linken Seite). Was unbedingt vermieden werden sollte: Ein Tennisverein auf Sponsorensuche sollte nicht zu erkennen geben, dass sein Motiv, einen Sponsor zu suchen, aus den finanziellen Nöten des Vereins resultiert. Dieser Aspekt sollte keine Beachtung finden, indes muss der Fokus darauf gelegt werden, dem Unternehmen aufzuzeigen, welche bedeutsamen Möglichkeiten und Vorteile ihm im Zuge einer derartigen Geschäftsbeziehung mit einem Tennisverein eröffnet werden. Sobald sich ein Sponsor für eine Zusammenarbeit entschieden hat, müssen alle Rechte und Pflichten in einem Sponsoring-Vertrag festgehalten werden.▪ KF/NIK

Erste Definition der Vereinsziele

  • Was soll durch das Sponsoring finanziert werden?
  • Welche Art von Sponsoring (Geld-, Dienstleistungs-, oder Sachsponsoring) 
  • soll in Anspruch genommen werden?
  • Wie viel Geld wird benötigt?
  • Wann sind Projekte, für die Sponsoren benötigt werden abgeschlossen beendet?
    Für welchen Zeitraum muss das Sponsoring mindestens gesichert sein?

Eckdaten Vereinsprofil

  • Sportangebot: Welchen Sportarten kann man im Verein nachgehen?
  • Mitglieder- und Besucherprofil: Welche Zielgruppen sind unter den Mitgliedern? 
  • Wer sind die Besucher der Vereinsveranstaltungen? 
    Mitglieder- und Besucherzahlen?
  • Veranstaltungsprofil: Welche Art Veranstaltungen werden organisiert? 
    Wann und wie oft finden diese statt? 
  • Was sind die Ziele, Werte und Vorstellungen des Vereins? 
  • Was möchte der Verein vermitteln? Wie sieht sich der Verein selbst und 
  • wie möchte er wahrgenommen werden? 
  • Welche Erfolge konnte der Verein in der Vergangenheit verbuchen?
  • Was hat sich der Verein für die Zukunft vorgenommen?

Beispiele zu Leistungen des Vereins

  • Nennung des Sponsorennamens auf Werbebannern, Textilien, Fahrzeugen, Plakaten, Flyern, Broschüren, Eintrittskarten, Vereinszeitschrift, Newsletter etc.
  • Integration des Sponsorennamens in den Namen der Sportstätte oder in den der Mannschaften
  • Titelsponsoring: Integration des Sponsorennamens in Veranstaltungstiteln
  • Sondervereinskonditionen für Firmenmitarbeiter und -kunden
  • Bereitstellung von ‚Nutzflächen‘ (z.B. Solarzellen auf dem Vereinsdach)

Weiterführende Links

www.tus-elch-holzwickede.de/media/download/Sponsoringmappe.pdf
www.gruen-weiss-mannheim.de/publikationen/sponsoring.pdf
www.blau-weiss-aachen.de/sponsoring-netzwerk.html
vfl-tennis-team.de/sponsoren
www.usv-tennis.de/sponsoren/sponsoring.php

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