Jugendausschuss - In Penzberg hat die Jugend Mitspracherecht

Der TC Penzberg und seine erfolgreiche Jugendgremiumsarbeit. Hier mischt der Nachwuchs kräftig in der Vereinsführung mit. Sechs Nachwuchstalente setzen sich für die Interessen der Vereinsjugend ein. Ein wahres Vorzeigeprojekt für die Integration der Jugend in den Verein. RETURNAL stellt das innovative Konzept aus Bayern vor. 

Ich find‘ das toll, wenn sich ältere Jugendliche engagieren und Spaß haben“, sagt Karin Ontiveros, Jugendwartin beim TC Penzberg.
Der bayerische Tennisverein TC Penzberg ist ein Verein ohne Nachwuchsprobleme. Mit einer hervorragenden Kinder- und Jugendnachwuchsarbeit, mit dem Talentino-Konzept und dem im Dezember 2011 gegründeten Jugendgremium hat der Verein Strukturen schaffen können, um seine Mitglieder nachhaltig an den Verein zu binden. Das Jugendgremium ist eine Art Anschlusskonzept an die Talentinos, welches sich an die Altersgruppe der 6-14 Jährigen richtet und Kinder zum Tennisspielen ermutigen soll. Derzeit kann der Verein 150 Kinder und Jugendliche zählen. Das Jugendgremium als Vertretung der Jugend setzt sich aus 6 Mitgliedern im Alter zwischen 14 -18 Jahren zusammen. Hauptziel und Aufgabe des Jugendgremiums ist die Gemeinschaftsförderung im Verein. Als verlässlicher Ansprechpartner für die Kinder und Jugendlichen sowie über die Organisation von Aktionen, auch gemeinsam mit den Erwachsenen will das Gremium dies erreichen. Sich selbst sehen die Gremiumsmitglieder deshalb als Bindeglied zwischen den Generationen. Die Jugendwartin des TC Penzberg, Frau Ontiveros, gründete gemeinsam mit Stefan Fuchs, der sich schon immer gerne an den Vereinsaktivitäten beteiligte, Ende 2011 das Jugendgremium. Das Projekt „Jugendausschuss“, von der Vereinsberatung des Bayerischen Tennis-Verbandes initiiert, galt als Ideenstifter.

Nachhaltige positive Veränderung des Vereinslebens

Die Jugendlichen, die Jugendwartin, die den engsten Kontakt zu den jungen Vereinsmitgliedern hält, und der Bayerische Tennisverband sind einstimmig der Meinung, dass sich das Vereinsleben des TC Penzberg seit der Einführung des Jugendgremiums positiv verändert hat. Man spürt den Zusammenhalt der einzelnen Vereinsmitglieder und dies generationenübergreifend. Dem Jugendgremium gelingt es mit seinen Aktionen, Kinder, Jugendliche und Eltern durch gemeinsame Aktivitäten zusammenzuführen. Zu beobachten, wie „sich die Tennisfamilie besser kennenlernt und sich einfach wohlfühlt in ihrem Verein, ist großartig“, so Ontiveros. Persönlich sei es ihr eine Herzensangelegenheit, das Engagement der Jugendlichen zu unterstützen. Gleichwohl entlasteten diese sie auch bei ihrer Arbeit als Jugendwartin, indem sie die Kinder- und Jugendarbeit aktiv mitgestalten. Die Mitglieder des Jugendausschusses pflegen einen engen Kontakt zu der Jugendwartin des Vereins.

Zusammenarbeit Jugendlicher und Erwachsener im Tennisverein

In regelmäßig, etwa alle zwei Monate stattfindenden Treffen besprechen die Jugendgremiumsmitglieder mit Frau Ontiveros ihre Ideen sowie die Möglichkeiten und die Art ihrer Umsetzung. Die Jugendwartin kann das Projekt daraufhin genehmigen, was in der Regel der Fall ist. Die Finanzierung der einzelnen Projekte läuft über ein eigenes Abteilungskonto, das von der Vorstandschaft eingerichtet und mit einem Anfangsbudget von 250 € ausgestattet wurde. Der Vorstand zeigt seine Anerkennung für die Arbeit der Jugendlichen u. a. über die Vergabe von Zertifikaten für die ehrenamtliche Projektarbeit.
Übergang vom Jugendgremiumsmitglied in die Jugendarbeit
Stefan Fuchs, Gründungsmitglied und Vorsitzender des Jugendgremiums, hat bereits den Sprung in die Jugendarbeit geschafft. Er selbst ist als Jugendtrainer tätig und wird in die Jugendarbeit eingebunden. Bei internen Sitzungen des Jugendausschusses nimmt er als Vorsitzender teil und ist auch berechtigt, bei den „richtigen“ Vorstandssitzungen teilzunehmen. Dort tritt er dann als Jugendvertreter auf und verfügt über ein Stimmrecht. Dem TC Penzberg gelingt es, mit der Einbindung der Jugendlichen in den Verein für den nötigen Nachwuchs zu sorgen. Das ist vorbildlich und förderlich für den Tennissport in Deutschland.

Ehrenamtliches Engagement im Tennis

Ein Verein lebt vom ehrenamtlichen Engagement. Ein entsprechendes Engagement von Jugendlichen durch die Unterstützung der Vereinsleitung zu fördern, bildet einen wichtigen Baustein für die Jugendarbeit. Ohne die freiwillige und engagierte Hilfe gestaltete sich das Vereinsleben als weniger bunt und abwechslungsreich. Ehrenamtliches Engagement von Jugendlichen hat im Sport in vielerlei Hinsicht positive Auswirkungen: „Zum einen stärkt es die Bindung an den Verein, dadurch dass die Jugendlichen Eigenverantwortung tragen, z.B. bei der Durchführung von Events. Zum anderen erhalten sie auf diese Weise die Möglichkeit, das Vereinsleben nach ihren Vorstellungen zu gestalten,“ erklärt Julia Lössl, Referentin Vereinsberatung und Entwicklung des Bayerischen Tennisverbandes. Langfristiges Ziel der Vereine sei es, aus den eigenen Reihen Nachwuchs für das Ehrenamt zu schöpfen. Für die Jugendlichen kann dies einen wichtigen Baustein in ihrer persönlichen Entwicklung bedeuten, erhalten sie doch die Möglichkeit, erste Erfahrungen in Bereichen der Konzeptentwicklung oder der Budgetverwaltung zu sammeln. Der Bayerische Tennisverband hat ein Zertifikat für ehrenamtliches Engagement bereitgestellt, das der Verein den Jugendlichen für ihr Engagement ausstellt. Das macht sich in jeder Bewerbung gut und ist ein zusätzlicher Anreiz für die Jugendlichen, sich in ihrem Verein zu engagieren.

Weiterführende Links

http://www.tennisclub-penzberg.de

Deine RETURNAL Redaktion
■ Ann-Kathrin Roeske
■ Fotos: © TC Penzberg

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