Interview Nina Schott - TC Penzberg

Jugendarbeit und ein blühendes Vereinsleben sind untrennbar verbunden. In einer erfolgreichen Jugendarbeit wird der Grundstein für das Fortbestehen eines Vereins gelegt. RETURNAL hat Nina Schott zu ihrer Tätigkeit im Jugendgremium des TC Penzberg befragt.

Welche Aufgaben erfüllst du im Jugendgremium?
Nina Schott: Das ist ganz verschieden. Wir überlegen immer, was wir mit den Kindern machen können. Und dann übernimmt meistens einer von uns die Hauptverantwortung für die Aktion und organisiert alles, aber der- oder diejenige wird dann natürlich von den anderen unterstützt. Man übernimmt die Koordination des Projektes: Helfer werden gesucht, man sorgt dafür, dass die ganzen Ausschreibungen rausgeschickt werden und dafür, dass es vielleicht sogar Preise gibt. Beispielsweise bin ich im Moment nur helfend tätig, da ich gerade mein Abi mache. In letzter Zeit haben wir einige neue Mitglieder gewinnen können, die zunehmend Aufgaben übernehmen. Wir sind natürlich immer als Ansprechpartner da. Am Projekttag ist man selbstverständlich auch vor Ort, man überwacht den Ablauf und redet mit den Leuten.

Was war das letzte Projekt, das ihr organisiert habt?
Schott: Das waren die BMW Open. Da sind wir mit ca. 50 Tennismitgliedern des TC Penzberg hingefahren.

Wie hat sich für dich das Vereinsleben seit der Jugendgremiumsgründung verändert?
Schott: Man ist viel stärker in das Vereinsleben involviert. Tennis war immer eine meiner Hauptsportarten, deswegen war ich immer schon sehr engagiert im Tennisverein, aber durch den Jugendausschuss konnte man noch aktiver werden, und das finde ich super. Die Leute kennen dich, gehen auf dich zu, und du bist richtig mit „drin“. Du bist ein Teil dieses Tennisclubs. Sozial engagiert man sich natürlich auch, man unternimmt etwas mit Kindern und organisiert Projekte in diesem Bereich. Das war natürlich auch gut, um etwas zu lernen. Zudem spielt man eine wichtige Rolle im Verein, was auch richtig toll ist. Letztens durfte ich durch meine Aktivität sogar mit Patrick Kühnen trainieren. Natürlich kann es auch einmal etwas stressig werden, wenn irgendetwas nicht so läuft wie geplant, aber das kann in jedem Bereich des Lebens vorkommen. Es macht total viel Spaß, und es ist schön, wenn die Leute nachher auf einen zugehen und sagen: „Das habt ihr toll gemacht. Das war echt ein schöner Tag.“

Worin siehst du die Vorteile, die das Jugendgremium für den Verein bietet?
Schott: Also ein Vorteil ist zweifellos, dass der Vorstand des Vereins entlastet wird. Wir organisieren Vorhaben, um die sich der Vorstand, die Jugendwarte oder die Sportwarte nicht kümmern müssen. Ein anderer Vorteil ist, dass wir auch fachübergreifend arbeiten können. Wir organisieren auch Unternehmungen außerhalb des Tennisplatzes wie zum Beispiel die BMW Open-Fahrt. Außerdem haben wir auch schon ein Volleyballturnier geleitet, oder wir waren mit den Kindern im Kino oder Eis essen. Es gibt bei uns auch ein Hockeyturnier. Außerdem profitiert der Verein davon, dass es Leute gibt, die später eventuell organisatorische Aufgaben übernehmen können. Durch unsere Arbeit kennen wir die Abläufe im Verein und können vielleicht später einmal im Vorstand landen (lacht). Momentan besteht unsere Hauptaufgabe darin, für die Jugendlichen da zu sein. Insbesonders die Kinder geben uns gute Anregungen, weil sie immer direkt und ehrlich sagen, was sie stört, was sie machen wollen und was wir konkret organisieren können.

Hast du auch schon an den Vorstandssitzungen teilgenommen?
Schott: Nein. Bei uns macht das der Stefan, unser Vorsitzender. Er sagt dem Vorstand, was gerade läuft im Jugendausschuss. Der Vorstand vermittelt uns dadurch natürlich auch Verbesserungsvorschläge.

Wie siehst du die Zukunft des Tennis? Denkst du, dass eure Art der Jugendgremiumsarbeit dem Trend des Mitgliederschwundes etwas entgegenzusetzen hat?
Schott: Ich sehe das jetzt konkret am Beispiel unseres Vereins. Ein Verein kann natürlich nur wachsen, wenn er neue Mitglieder gewinnt. Aus diesem Grund hat der Verein zum Beispiel in Grundschulen Mitglieder angeworben. Durch das Angebot eines kostenlosen Schnupper-Trainings konnte der Verein neue Mitglieder begeistern und binden. Wenn man etwas für seine Mitglieder tut, dann bleiben sie einem auch erhalten. Oft ist es ja so, dass sich die älteren und die jüngeren Generationen nicht untereinander kennen. Für einen Tennisverein ist es aber enorm wichtig, dass man die Leute kennt, mit denen man auf dem Tennisplatz steht, und dass man sich miteinander unterhalten kann. Deshalb machen wir Generationenturniere, sodass die Jüngeren mit den Älteren in Kontakt kommen. Das ist wie eine Art Familie. Man betrachtet sich als Gemeinschaft. Im Sommer finde ich es immer richtig toll, wenn ich auf den Tennisplatz komme und auf vielen Plätzen gespielt wird. Du schaust zu, kannst die Jugendlichen unterstützen und siehst ganz viele andere Leute, die du kennst. Das ist so aufbauend. Man muss den Leuten aber auch etwas Ausgefalleneres bieten als nur das Tennisspielen.
Ein Jugendausschuss nutzt jedem Verein. Wenn der Verein ein attraktives Angebot bietet, dann wird Tennis auch populärer. Das finde ich einfach schön. Es wäre cool, wenn mehrere Vereine ein Jugendgremium ins Leben rufen würden, da es den Tennissport ungemein populärer macht. Menschen bekommen die Möglichkeit, Tennis zu spielen und Einblicke in ein neues soziales Umfeld zu erhalten.

Das Gespräch führte Ann-Kathrin Roeske
 Foto: © Nina Schott

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