Ehrenamt - Das Ehrenamt soll attraktiver werden

In der Weihnachtsansprache 2010 hat der frühere Bundespräsident Christian Wulff die Wichtigkeit des Ehrenamtes unterstrichen – knapp zwei Jahre später hat sich, so scheint es, die Politik wieder an seine Worte erinnert. Am 24.10.2012 hat das Bundeskabinett den Entwurf des „Gesetzes zur Stärkung des Ehrenamts“ gebilligt; am 01.03.2013 hat der Bundesrat zugestimmt. In Kraft getreten ist das Gesetz am 21. März dieses Jahres. Die meisten steuerlichen Erleichterungen werden rückwirkend zum 1. Januar 2013 wirksam.

Was wird sich durch das Gesetz verändern? Die wohl augenscheinlichsten Neuerungen offenbaren sich in der Erhöhung von verschiedenen Jahresbeträgen: Der Übungsleiterfreibetrag steigt von 2100 Euro auf 2400 Euro, der Ehrenamtsfreibetrag von 500 Euro auf 720 Euro und die Steuerfreigrenze für Einnahmen der Vereine aus sportlichen Veranstaltungen von 35000 Euro auf 45000 Euro. Weiterhin wird es eine Haftungsentschärfung sowohl bei der Spendenhaftung als auch bei der Schadensverursachung geben; nur bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit wird persönlich gehaftet. Ferner wird die Vereinsarbeit erleichtert: Gemeinnützige Organisationen werden sich ein Jahr länger Zeit für die Ausgabe ihrer Einnahmen nehmen dürfen (ein Teil der Einnahmen wird u. U. sogar zurückgelegt werden dürfen); die Wiederbeschaffungsrücklage wird gesetzlich festgeschrieben; die Umsatzgrenze für Sportveranstaltungen wird angehoben, sodass kleinere Veranstaltungen steuerfrei umsetzbar sein werden; und schließlich werden sich gemeinnützige Organisationen gegenseitig mit Kapital unterstützen können, was bisher nur in begrenztem Umfang möglich gewesen ist.
Die höheren Freibeträge, die Erleichterung der Vereinsarbeit sowie der geringere bürokratische Aufwand sollen dazu führen, dass das recht hohe ehrenamtliche Engagement – es heißt, jeder dritte Deutsche engagiert sich ehrenamtlich – erhalten bleibt und eine noch größere Anerkennung findet.

■ Sebastian Schmiedl
■ Foto: ©Heinz Michel

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