Wolfsburger Traditionsverein TC Grün-Gold stellt Insolvenzantrag

420.000 EUR Schulden

Man konnte es am 02. Juni 2012 in der Wolfsburger Allgemeinen Zeitung lesen: Den Tennisclub Grün-Gold Wolfsburg drückt eine hohe Last. Der Verein sitzt auf knapp einer halben Million Schulden. Nun werden verschiedene Pläne diskutiert, wie der 1949 gegründete Verein zu retten ist. Helfen Bank, Stadt oder Sponsoren?

Anfang der Neunzigerjahre hatte der Wolfsburger Traditionsverein für den Bau einer Tennishalle einen Kredit bei der Volksbank aufgenommen. Bei der Rückzahlung des Kredits ist es zu Schwierigkeiten gekommen. Verantwortlich dafür sind unter anderem fehlende Beiträge. Durch den Mitgliederrückgang fehlen dem Verein wichtige Einnahmen. Die Vorstandsmitglieder Kristian Ehinger, Benigna Heidtke und Jürgen Bergmann beantragten Ende Mai beim Wolfsburger Amtsgericht ein Insolvenzverfahren über das Vereinsvermögen und hoffen, den Verein erhalten zu können.
Damit der TC Grün-Gold eine Zukunft hat, diskutiert die Vereinsführung verschiedene Optionen. Jegliche Versuche, die Volksbank zu Zugeständnissen zu überreden, liefen bislang ins Leere. Zwar hat die Bank vorgeschlagen, die Mitgliedsbeiträge zu erhöhen. Das wies der Verein jedoch zurück, um weitere Mitgliedschaftskündigungen zu vermeiden. Nun prüft Grün-Gold eine Umschuldung zu anderen Banken. Zum anderen wird über eine mögliche Unterstützung durch die Stadt Wolfsburg gesprochen. Einen Kauf der gesamten Tennisanlage hat die Stadt bereits abgelehnt. Dennoch hofft der Verein, zumindest einige der zwölf Außenplätze abtreten zu können. Acht Tennisplätze reichen nach Vereinsangaben für die verbliebenen 280 Mitglieder aus.
Große Hoffnungen zur Rettung des Vereins setzt Grün-Gold in Sponsoren wie Volkswagen. Der Automobilhersteller ist schon lange Partner des Tennisclubs und unterstützt zahlreiche Turniere wie das jährlich stattfindende Challenger-Turnier. Dessen Fortbestehen sei laut Axel Diedrich von der VW-Sportförderung zumindest für das kommende Jahr gesichert.
Bis Rettung in Sicht ist, spart der Verein an allen Ecken und Enden. Von den derzeit zwölf Tennisplätzen wurden im Frühjahr nur acht für den Spielbetrieb hergerichtet. Ihre Tennisbälle müssen die Vereinsmitglieder bei Punktspielen selbst bezahlen und auch der Posten des langjährigen Platzwartes ist nicht mehr sicher. Der Spielbetrieb soll laut Verein vorerst regulär weiterlaufen.
Der TC Grün-Gold ist kein Einzelfall. Mitgliederrückgänge und drohende Zahlungsschwierigkeiten zwingen Tennisvereine, darüber nachzudenken wie sie am Ball und attraktiv bleiben.

In der nächsten Ausgabe von RETURNAL berichten wir mehr über das weitere Schicksal des Tennisvereins Grün-Gold. ▪ RM

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