Österreich: Erstmals eine Frau an der Spitze des steirischen Tennissports

Frauenpower in der Steiermark

Auf der Mitgliederversammlung des STTV am 26. Januar 2013 kam es zu einem Amtswechsel, wie ihn die Steiermark noch nicht gesehen hat. Als Hannes Zischka bei der Zusammenkunft der Mitglieder in Leibnitz sein Amt als Präsident des steirischen Tennisverbandes niederlegte, trat an seine Stelle eine weibliche Nachfolge – die Juristin und Managerin Barbara Muhr. 

In der 66-jährigen Geschichte des STTV besetzte noch nie eine Frau das Amt des Präsidenten, berichtet der Österreichische Tennisverband auf seiner Website. Die neue Spitze des Tennissports in der österreichischen Steiermark gilt selbst als leidenschaftliche Tennisspielerin. In jungen Jahren erlangte sie verschiedene Meisterschaftstitel in Österreich. Der Sprung in die Profiliga gelang ihr aufgrund eines Kapsel- und Bänderrisses laut eigenen Angaben an die „Kleine Zeitung“ nicht. Heute ist sie in der Landesliga A in der Altersgruppe 35+ noch aktiv im Sport tätig.

Gute Ausgangslage

Die neue Präsidentin übernimmt laut Österreichischem Tennisverband ein stabiles Amt, aus dem viel Potenzial geschöpft werden kann. Ihr Vorgänger konnte auf der Mitgliederversammlung eine äußerst positive Bilanz ziehen. Innerhalb seiner Amtszeit gelang ihm eine Umgestaltung des Verbandes. Er optimierte Trainingsbedingungen und erhöhte die Teilnahme an Mannschaftsmeisterschaften. Des Weiteren führte er das ITN-Ranglistensystem in der Steiermark ein, das sich heute in ganz Österreich durchgesetzt hat.

Gutes fortführen, Neues entwickeln

Durch seinen Einsatz entstand im September 2010 außerdem das Landesleistungszentrum in Leibnitz, das den steirischen Spitzenspielern mit seiner Lage 33 km südlich der Landeshauptstadt Graz eine hervorragende Infrastruktur bietet. Nach Berichten des STTV wird der Center Court des Zentrums künftig den Namen „Hannes-Zischka-Platz“ tragen, um das Werk des ehemaligen Präsidenten zu würdigen.
Die neue Präsidentin Muhr tritt ihr Amt mit großem Eifer an. Zum einen will sie die Wege ihres Vorgängers kontinuierlich fortführen. So beabsichtigt sie, das Leistungszentrum in Leibnitz, das Zischka ins Leben gerufen hat und das nach Angaben von Muhr in der „Kleinen Zeitung“ noch im „Dornröschenschlaf liegt“, noch effektiver auszubauen. Zum anderen möchte sie innovative Ideen, vor allem auf dem Gebiet der Wirtschaft, einfließen lassen. Diese Neuerungen beziehen sich vor allem auf Öffentlichkeitsarbeit, die den STTV für andere Vereine und Sportinteressierte öffnen soll.

Frauen stärker einbinden

Der Vorstand des steirischen Tennissports soll außerdem zu einer höheren Frauenquote gelangen. Für Damen- und Seniorentennis sind deshalb weibliche Mitglieder für den Vorstand vorgesehen. Insgesamt ist es ihr Wunsch, dass wieder mehr Sportliebhaber den Weg zum Tennissport finden, indem sie den Kontakt zu den Spielern weiter ausbaut und auf deren Interessen eingeht. Damit soll sich aus dem „Breitensport auch wieder mehr Spitzensport“ entwickeln, plant Ruhr den Informationen des ÖTV zufolge.

■ Stefanie Kratzsch
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