„Tennis soll wieder cool werden“

Der Deutsche Tennis Bund unter neuer Führung

(von Uwe Lehert - RETURNAL Redaktion) Karl-Georg Altenburg, 48 Jahre alt, Investmentbanker, TC Oberursel; das sind die Eckdaten des neuen Mannes auf dem Präsidentenstuhl des DTB. Nachdem der langjährige Präsident von Waldenfels nicht noch einmal zur Wahl angetreten war, steht Altenburg ohne Herausforderer nun der Weg offen, dem deutschen Verbandstennis ein neues Gesicht zu verpassen. Der hochgewachsene Mann ist seit seiner Jugend aktiver Spieler und hat bereits ein schlagkräftiges Team um sich versammelt: Dazu gehört neben dem neuen sportlichen Leiter Carl-Uwe „Charly“ Steeb auch die Vizepräsidentin für den Jugendsport, Eva-Maria Schneider, die als Vertreterin des bayerischen Landesverbands als einzige keine Kandidatin Altenburgs war. Bernd Greiner (Vizepräsident Ausbildung und Entwicklung), Stefan Felsing (Vizepräsident Recht und Struktur) und Ralf Eberhard Böcker (Vizepräsident Haushalt und Finanzen) vervollständigen die neue DTB-Führung.
Der neue Präsident gibt sich in Interviews bisher besonnen; notwendig sei erst einmal eine Bestandsaufnahme, um weitere Konzepte auszuarbeiten. Ein Anliegen ist ihm, die Strukturen in der DTB-Führung zu verändern: „wir haben großen Aufholbedarf“. Ein erster Schritt in Richtung der von ihm gewünschten „Professionalisierung“ ist auch bereits getan: die Geschäfte des DTB leitet ab sofort der Manager Stephan Brune. Seine Gegner, die um die vom Ehrenamt geprägten Strukturen fürchten, beschwichtigt er jedoch: „Der DTB ist ein Sportverband mit einer gemeinnützigen Aufgabe. Diesen Status will ich nicht ändern.“
Die Wahl verlief reibungslos für Altenburg, nachdem sich schon im Vorfeld abgezeichnet hatte, dass Altpräsident von Waldenfels auch bei einer erneuten Kandidatur wenig Chancen gehabt hätte, im Amt zu bleiben. Mit 77 von 111 Stimmen wurde der Machtwechsel beschlossen. Der neue Präsident, der mit 48 Jahren der jüngste in der Geschichte des DTB ist, stellte schon im Berufsleben seine Führungsqualitäten unter Beweis und stieg zum Leiter des deutschen Zweiges der Investmentbank JP Morgan auf. Offensichtlich trauen ihm die DTB-Mitglieder daher ein ebenso glückliches Händchen bei der Führung eines Millionenverbandes zu.
Altenburg betonte nach der Wahl, die Marke DTB weiter aufbauen zu wollen und hierbei sowohl Spitzensport als auch Breitensport sowie einer Unterstützung durch Wirtschaft und Medien zentrale Rollen zuzusprechen. Von Waldenfels hatten seine Kritiker insbesondere eine Vernachlässigung des Spitzensports vorgeworfen, welche sie für das Verschwinden von vier von fünf Damenturnieren und einen Geltungsverlust der wichtigsten Herren-veranstaltungen verantwortlich machen.
Altenburgs Vize Carl-Uwe Steeb (44) feierte Anfang der Neunziger selbst als Profispieler beachtliche Erfolge. Aus dem sportlichen Bereich hat er sich nie ganz zurückgezogen. Im Interview mit der Stuttgarter Zeitung umreißt er seine Hauptanliegen: „Erstens wollen wir die Finanzen verbessern, zweitens den Breitensport beleben und drittens den Leistungssport für unsere stärksten Nachwuchsspieler optimieren.“ Der DTB werde für die Stärkung der Basisarbeit die enge Zusammenarbeit mit den Vereinen wie auch mit Schulen und Tennisakademien suchen: „Damit aus dieser breiten Basis dann die nächsten Spitzenspieler entstehen“. Die richtige Präsentation ist für ihn wie auch für Altenburg der Schlüssel zur Steigerung der Popularität und damit nicht nur der Weg zu neuen Mitgliedern, sondern auch zu den Geldbeuteln der Sponsoren. Für die Erfüllung von Altenburgs Antrittsvorsatz „Tennis soll wieder cool werden“ will die neue Verbandsspitze auf modernes Marketing bauen, denn, wie Altenburg verlauten ließ, „Der Konkurrenzkampf um die freie Zeit unseres Nachwuchses ist härter geworden.“
Altenburg versprach nach der Wahl: „Ich werde alles tun, um ein guter Präsident für die Landesverbände und die Mitglieder zu sein.“ Man darf gespannt sein, wie sich der deutsche Tennissport unter seiner Ägide entwickeln wird.

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