DTB-Kongress

Erfolgreicher Alleingang des DTB

Die Nachricht kam überraschend. Noch im September hatte die Agentur herzbergkuzarow als Ausrichter für den Tenniskongress geworben. Die Berliner hatten die Veranstaltung im vergangenen Jahr von München in die Hauptstadt geholt und verliehen ihr frischen Wind. Im Oktober teilte der Deutsche Tennis Bund (DTB) dann allerdings mit, die Organisation des Events ab sofort in Eigenregie zu übernehmen. Über die Gründe schwiegen sich beide Seiten aus. Trotz der ebenso turbulenten wie kurzfristigen Veränderungen war die Veranstaltung ein voller Erfolg.

Die größte Tennistrainerfortbildung des Jahres stieß auf positive Resonanz. Vom 4. bis 6. Januar fand in Berlin der zum 26. Mal ausgerichtete „Internationale DTB Tenniskongress“ im Berliner Tagungshotel „Estrel“ statt. Die bereits zum zweiten Mal in der Hauptstadt durchgeführte Fortbildung wurde erstmals vom DTB in Eigenregie gestaltet.

Tipps von den Profis

„Damit unsere Trainer die Herausforderungen in den Vereinen und in den Ganztagsschulen meistern, ist es wichtig, einmal im Jahr sämtliches Knowhow zu bündeln und bei einer Veranstaltung zu präsentieren“, eröffnete Vizepräsident Carl-Uwe Steeb die Veranstaltung. Er dankte ausdrücklich allen Helfern, die trotz der kurzfristigen Übernahme der Organisation eine gelungene Veranstaltung und einen reibungslosen Ablauf ermöglichten. Die rund 300 Teilnehmer erlebten ein ganzes Wochenende lang eine abwechslungsreiche Kombination aus Theorie- und Praxisschulungen – teils auf dem extra im Hotel angelegten Hardcourt. Hier erklärten Sportwissenschaftler, Bundestrainer und andere Fachleute nicht nur ihre neuen Erkenntnisse, sondern demonstrierten sie gleich in der Praxis. Dieses Konzept stößt bei allen Beteiligten auf große Zustimmung. Den Hardcourt-Tennisplatz hatte es bereits im vergangenen Jahr gegeben, als die Veranstaltung ihre Premiere in Berlin feierte. Nach 24 Jahren war der Kongress 2012 von München in die Bundeshauptstadt umgezogen.

Bundestrainer lobt Vielfalt

„Wir hatten selten ein so ausgewogenes und facettenreiches Programm. Breitensport, Leistungstennis, Kindertraining, Erwachsenentennis, Fitnesstraining und Stärkung der mentalen Fähigkeiten auf dem Platz – da war dieses Mal wirklich für jeden etwas dabei“, reflektierte Bundestrainer Hans-Peter Born. Unter anderem gab Motivationsexperte Matthias Herzog sein Wissen und wertvolle Ratschläge an die Teilnehmer weiter. Auch die Vorträge zum Thema Leistungssport von Porsche Team Deutschland-Chefin Barbara Rittner, dem vor wenigen Monaten ernannten neuen Davis Cup Teamchef Carsten Arriens sowie den Bundestrainern Peter Pfannkoch und Hans-Peter Born stießen auf positive Resonanz. Eingegangen wurde sowohl auf Profitennis, als auch auf besondere Arbeiten mit den Spitzensportlern des Nachwuchskaders, die für den eventuellen Sprung in den Profibereich optimal gefördert werden müssen. Während das deutsche Damentennis in den vergangenen Jahren wieder einige Topspielerinnen in der Weltspitze unterbringen konnte, wartet man bei den deutschen Herren noch immer auf ein hoffnungsvolles Talent, das es in die Top Ten der ATP-Weltrangliste schaffen könnte. Das gelang als letztem deutschen Tennisprofi Tommy Haas, und viele Experten betrachten es als bezeichnend, dass Haas auch mit seinen mittlerweile 34 Jahren nun wieder der bestplatzierte deutsche Spieler auf der ATP-Tour ist.

Bei den Jüngsten anfangen

Auch zum Training der Kleinsten gab es wertvolle Tipps: Ex-Profi Jörn Renzenbrink stellte Übungen vor, mit denen schon Drei- bis Fünfjährige an das Tennisspielen herangeführt werden können. Ein Punkt, der vor allem für Vereine mit Nachwuchsproblemen interessant ist. Denn nicht nur im Profibereich, sondern auch an der Basis, also in den Vereinen, kämpft das deutsche Tennis mit Schwierigkeiten. Beim Training mit den Jüngsten kommt es vor allem darauf an, den Kindern den Spaß am Tennis zu vermitteln und den spielerischen Aspekt des Sports in den Vordergrund zu stellen. Mit den von Jörn Renzenbrink vorgestellten Trainings- und Spielformen sollen Übungsleiter und Nachwuchstrainer dieses Ziel verwirklichen können.

Internationale Trainingstrends

Als internationale Referenten waren unter anderem Cardio Tennis Expertin Michele Krause aus den USA und Nina Nittinger aus der Schweiz geladen. Krause gilt in der Branche als eine der weltweit anerkanntesten Experten in Sachen Cardio Tennis und begleitet die Sportart seit der ersten Stunde. Während die US-Amerikanerin neueste Trainingstrends präsentierte, gab die Schweizerin Nina Nittinger auf dem Hardcourt Tipps zur Entwicklung mentaler Stärke auf dem Tennisplatz. Ergänzend zu den Vorträgen auf und neben dem Platz rundeten zahlreiche Workshops, Talkrunden und ein buntes Rahmenprogramm die Veranstaltung erfolgreich ab. Zahlreiche Aussteller aus der Tennisbranche, vom Platzbauer bis zum Sportartikel-Händler, nutzten die Plattform des Kongresses, um sich und ihre Arbeit zu präsentieren.

DTB will am Konzept festhalten

„Neben den durchweg hervorragenden Beiträgen unserer Referenten sind vor allem die familiäre Atmosphäre und auch der aufwendig gestaltete Ausstellerbereich hervorzuheben – insgesamt war es eine rundum gelungene Veranstaltung“, zeigte sich Hans-Peter Born zufrieden. Die Teilnahme am Kongress gilt als Lizenzverlängerung für C- und B-Trainer, die wieder viele Anregungen und Inspirationen für ihre tägliche Arbeit auf dem Tennisplatz gewinnen konnten. Zudem wurde eine Fortbildung für bereits zertifizierte Cardio Tennis Trainer angeboten.
Und mehr soll folgen: „Unser Ziel ist es, das Event in den kommenden Jahren auszubauen und weiterhin die bestmöglichen Referenten nach Berlin einzuladen“, betonte Carl-Uwe Steeb abschließend.

Weiterführende Links:
Informationen zu Ausbildung und Training: http://www.dtb-tennis.de/3908.php

■ Malin Baruschke
Deine RETURNAL Redkation

Tags: DTB, DTB-Kongress
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