Scraper - Erleichterung für den Platzwart

Der Platzwart ist die gute Seele der Tennisanlage. Immer öfter muss er auch die körperlich anstrengende Frühjahrsinstandsetzung übernehmen, da der Verein Geld einsparen will. Dass Not erfinderisch machen kann, zeigt sich an der Vielzahl von Geräten, die in den vergangenen Jahren auf den Tennisanlagen entwickelt wurden. Der „Tennis-Scraper“ soll den wohl mühsamsten Teil der Arbeit erleichtern – das Abtragen des Altsandes. RETURNAL hat den Scraper gemeinsam mit OPTITENN getestet.

Im Gegensatz zu anderen Geräten kombiniert der Scraper gleich mehrere Arbeitsschritte und ist sozusagen Scharrierer, Schaufel und Schubkarre in einem.

Schaufeln fällt aus

Denn der Scraper beinhaltet nicht nur ein Messer zum Abschaben des Sandes. Vielmehr fungiert das Messer gleichzeitig als Rand des Behälters, in den der abgeschabte Sand unmittelbar hineingeleitet wird. Dies spart einen ganzen Arbeitsschritt – das Schaufeln der Sandhaufen in die Schubkarre. Mit dem Scraper muss lediglich der Sandbehälter direkt in die Schubkarre ausgeleert werden.

Was steckt drin?

Rahmen, Kasten und Gestänge des Scrapers bestehen aus Aluminium. Bei einer Länge von 1,20 Meter und einer Breite von 80 Zentimetern kommt das Gerät auf ein Leergewicht von circa 30 Kilogramm. Die Arbeitsbreite, also die Länge des Messers, beträgt 70 Zentimeter, die Deichsel ist einen Meter lang. An der Rückseite des Behälters befinden sich zwei Drehknöpfe, mit denen die Schabtiefe des Messers stufenlos eingestellt werden kann.

Handhabung

Die Bedienung des Geräts ist in der Tat denkbar einfach. Vor Beginn der Arbeiten positioniert man den Scraper am Rand des Tennisplatzes, stellt die gewünschte Schabtiefe des Messers ein und schon kann es losgehen. Der Scraper kann rückwärtsgehend mit der Deichsel gezogen werden, sodass der Anwender stets eine gute Übersicht hat. So kann er den Scraper mit Blick auf das Gerät in einer exakt geraden Bahn über den Platz ziehen. Die Handhabung ist nach kurzer Einweisung schnell zu erlernen und nach wenigen Anwendungen beherrschbar.

Enorme Kraftersparnis

Damit sind wir auch gleich beim ersten entscheidenden Vorteil. Durch das geringe Gewicht und die leichte Steuerung auf vier Rädern ist die Arbeit deutlich einfacher als beim manuellen Scharrieren. Insbesondere für ältere Menschen bedeutet der Scraper daher eine willkommene Erleichterung. Die Kipptechnik der Ziegelmehl-Wanne macht – sobald man den Dreh nach einigen Versuch raus hat und kaum noch etwas daneben geht – richtig Freude. So leicht hat man den Altsand wohl noch nie in die Schubkarre bekommen. Dies bringt einen zusätzlichen Fortschritt mit sich: Beim Aufnehmen des Altsandes mit der Schaufel kommt es – vor allem bei ungeübten Arbeitern ohne die nötige Routine – häufig zu Furchen im Boden, weil die Schaufel nicht vorsichtig und flach genug unter den Sand geführt wird. Da dieser Arbeitsschritt mit dem Scraper komplett entfällt, wird das Risiko eliminiert.

Ungleichmäßiger Abtrag

Bemängelt wurde bei unserem Produkttest der Umstand, dass sich das Messer tiefer in den Boden gräbt, je mehr sich die Wanne mit Sand füllt. Die gewünschte und eingestellte Schabtiefe wird also nicht von Anfang an erreicht, sondern erst nach einigen Metern. Dementsprechend können anschließend Nacharbeiten erforderlich werden, um einen gleichmäßigen Abtrag zu erhalten. Wünschenswert wären beispielsweise mobile Gewichte, mit denen man den fehlenden Druck auf den ersten Metern ausgleichen könnte. Als weitere Konsequenz muss man immer exakt „auf Kante“ arbeiten, d. h., jede Bahn muss exakt bündig zu der vorherigen begonnen werden. Überschneiden sich die Bahnen, kann es aus besagtem Grund dazu kommen, dass sich das Messer in der bereits abgezogenen Bahn ein wenig in den Boden schabt. Dabei leidet wiederum die Gleichmäßigkeit. Versucht man dies zu umgehen und lässt einen kleinen Abstand zwischen den Bahnen, bleibt jeweils eine Kante „stehen“, die mit Nacharbeiten korrigiert werden muss.

Fazit

Insgesamt fallen die genannten Mängel allerdings gering aus. Das Gerät erzielt gute Ergebnisse und erfüllt seine Hauptaufgabe – den Abtrag des alten Ziegelmehls. Für Vereine, die ihre Tennisplätze selbst richten, stellt der Scraper eine enorme Erleichterung dar. Jeder kann ihn bedienen, dank der Kraftersparnis werden vor allem ältere Platzwarte ihre Freude haben. Für professionelle Tennisservice-Firmen, die mit der Anschaffung eines Gerätes vor allem eine Zeitersparnis erzielen wollen, ist der Scraper hingegen weniger geeignet. Durch die zum Teil erforderlichen Nacharbeiten, die eine Firma, von der ein perfektes Arbeitsergebnis verlangt wird, vornehmen muss, ist eine entscheidende Zeitersparnis nicht gegeben. Fazit: Wenn es dem Scraper aus Sicht einer Service-Firma auch etwas an Präzision fehlt, ist er für Vereine und Platzwarte ein begrüßenswerter Fortschritt – nicht zuletzt aufgrund des Preises von 749 EUR, mit dem er zu den günstigsten Geräten seiner Klasse gehört. Fabian Kappel

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