Rollstuhltennis - Tennisspaß mit Handicap

Spätestens seit den Paralympics 2012 in London und dem selbst für dieses Großevent ungewöhnlich starken Medieninteresse für Behindertensport, ist Rollstuhltennis in das Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt. Kein Wunder, denn neben Rollstuhlbasketball ist Rollstuhltennis wohl eine der beliebtesten Sportarten für körperlich eingeschränkte Menschen. Doch was ist eigentlich Rollstuhltennis?

Seit 1988 gibt es bereits den Deutschen Rollstuhl-Tennis-Verband, der 2010 in den DTB integriert wurde. Seit 1992 ist Rollstuhltennis paralympische Disziplin. Der markanteste Unterschied zu dem Tennisspiel der FußgängerInnen – so werden sie von RollstuhltennisspielerInnen bezeichnet – ergibt sich tatsächlich aus der Anwesenheit des Rollstuhls. Dabei handelt es sich nicht um einen gewöhnlichen Alltagsrollstuhl, sondern um eine speziell für den Sport angefertigte Version. Mit dem Sport-Rolli sind nicht nur hohe Geschwindigkeiten zu erreichen, sondern er lässt ein so geschicktes Tennisspiel zu, dass die Bestimmungen im Rollstuhltennis nur wenig vom regulären Tennisregelwerk abweichen. Der einzige Unterschied besteht darin, dass der Tennisball zweimal im Feld aufkommen darf, bis er zurückgespielt werden muss.

Geschick und Technik sind gefragt

Wie bei den FußgängerInnen gibt es auch hier eine vom ITF (International Tennis Federation) organisierte Rollstuhltennistour, durch die sich die SpielerInnen in der Weltrangliste platzieren können. Beim Rollstuhltennis handelt es sich also keinesfalls um eine abgespeckte Variante des regulären Tennisspiels – im Gegenteil, die Beherrwschung sowohl des Tennisschlägers als auch des Tennisrollstuhls erfordert besondere Geschick- und Sportlichkeit. So betitelt auch die FAZ (Frankfurter Allgemeine Zeitung) einen Bericht über die Rollstuhltennisversuche von Nicolas Kiefer mit den Worten „Du musst zwei Geräte beherrschen“.
Was fehlt, ist Struktur
In Deutschland gibt es bereits vereinzelte Vereine, die Rollstuhltennis anbieten, jedoch fehlt eine gemeinsame Struktur wie sie in anderen Ländern vorhanden ist. Wichtig wäre sowohl Kommunikation als auch Kooperation der einzelnen Vereine, um Erfahrungen auszutauschen, Trainingsmethoden zu erörtern, neue Vereine zu gewinnen, Hemmschwellen abzubauen und so die Integration zu fördern, damit mehr gehandicapte Menschen die Möglichkeit bekommen, dieser Randsportart nachzugehen.
Die bekannteste Spitzensportlerin im Bereich des Rollstuhltennis ist die Niederländerin Esther Vergeer, die kürzlich nach 470 ungeschlagenen Spielen in Folge ihr Karriereende bekanntgab. Laut der Wochenzeitung ZEIT ist ihr Geheimnis das gemeinsame Training mit Fußgängern. Doch auch Deutschland hat eine erfolgreiche Spielerin: die Bielefelderin Sabine Ellerbrock, die RETURNAL für ein Interview gewinnen konnte. ■ GG

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