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Wenn man einen Fußball über ein Tennisnetz spielt...

…nennt man das Futnet, Fußball über die Schnur oder einfach Fußballtennis. Die Ballsportart, offiziell Futnet genannt, ist mit internationalen und nationalen Verbänden im Sportgeschäft vertreten. Seit 1991 werden alle vier Jahre Weltmeisterschaften ausgetragen. Erfunden wurde der auch hierzulande immer bekannter werdende Sport schon Anfang der 1920er Jahre in der damaligen Tschechoslowakei. Das erste offizielle Regelwerk entstand 1940. Und der „Fußball über die Schnur“ (cs.: fotbal přes šňůru), wie die Sportart übersetzt aus dem Tschechischen auch genannt wird, findet in Deutschland schon seit den 50er Jahren Anklang. Futnet wurde als offizieller internationaler Name der Sportart erst in jüngster Vergangenheit (2010) übernommen. In Deutschland, vornehmlich in der Region Nordbaden, hält sich bis heute auch die Bezeichnung Schnürles für ein fußballtennisähnliches Spiel, das das Pforzheimer Fußball-idol Fritz Schnürle (*1889, †1937) seinerzeit als Trainingsmethode einführte.

Von allem etwas

Bei der Mischung aus Fußball, Tennis und Volleyball wird der Ball ohne Hand- oder Armberührung über ein Tennisnetz in die gegnerische Spielfeldhälfte gekickt, um einen Punkt zu erzielen. Dem Tennis entlehnt ist z.B. die Regel, dass der Ball höchstens einmal (beim Doppel oder Tripel allerdings zweimal) den Boden berühren darf. Wie im Fußball ist es nicht erlaubt, den Ball mit Armen oder Händen zu spielen. Und dem Volleyballsport entnommen ist das Mannschaftsspiel, bei dem der Ball bis zu drei Mal hin und her gespielt werden darf, bevor er im gegnerischen Spielfeld landet.

Die Regeln

Der Ball muss ohne Berührung des Netzes in das Feld des Gegners fliegen. Punktfehler ergeben sich bspw., wenn der Ball im Aus landet, mehr als die erlaubten Bodenkontakte hat oder ohne Berührung durch einen Spieler über das Netz geht. Die max. Körperberührungen des Balles sind beim Einzel 2, bei Doppel und Tripel 3; außer im Einzel sind zudem keine Doppelberührungen erlaubt. Wer einen Punkt erhält, hat den nächsten Aufschlag. Der Aufschlag selbst erfolgt hinter der Grundlinie, indem der Ball mit dem Fuß direkt vom Boden weg oder aus den Händen heraus gespielt wird. Beim Einzel wird crosscourt aufgeschlagen Es kann zum einen nach Gewinnsätzen, zum anderen auf Zeit gespielt werden, d.h. entweder gewinnt die Mannschaft, die zuerst zwei Sätze gewonnen hat, oder die Spieldauer wird auf 1x15 oder 2x15 Minuten festgelegt. Die ausführlichen Regeln sind z.B. auf den Webseiten der Verbände nachzulesen

Maß halten – zumindest offiziell

Die Mannschaften bzw. Spieler können im Einzel, Doppel oder Tripel gegeneinander antreten. Das Spielfeld hat ein Größe von 8,2x12,8 m (Einzel) bzw. 8,2x18,0 m (Doppel und Tripel), ist somit etwas kleiner als ein Tennisfeld und wird in der Mitte von einem 110 cm (bei Kindern bis 15 Jahre: 100 cm) hohen Netz getrennt. Der Ball gleicht einem Fußball, muss bei offiziellen Veranstaltungen jedoch seine ganz eigenen genauen Maßstäbe erfüllen. So muss etwa das Gewicht zwischen
396 g und 453 g betragen und der Ball darf nicht genäht, sondern nur geleimt sein. Wie der österreichische Nationalspieler Martin Rettenbacher verriet, ist das Leimen wohl für die bessere Übertragung des Spins verantwortlich. Übrigens ist laut den internationalen Futnet-Regeln Sand aufgrund seiner Rutsch-Eigenschaften kein zulässiger Spielfeldbelag für diesen Sport. Amateur-Spieler dürften aufgrund ihrer ‚gemäßigten‘ Spielweise allerdings keine Probleme bei einem Match auf dem Tennis-Sandplatz bekommen.

Für Fußballfreunde...

Nicht nur als eigenständige Sportart wird das 'Tennis über die Schnur' gespielt. Im Rahmen des Fußballtrainings bietet die Sportart eine ideale Möglichkeit, an der Technik zu feilen und zugleich für Abwechslung zu sorgen. Eine präzise Spielweise ist entscheidend, um den Ball über das Netz und an die gewünschte Stelle des gegnerischen Feldes zu kicken. Hier sind weniger Schnelligkeit und Ausdauer gefragt, als vielmehr ein taktisch kluges Spiel, Präzision und eine gute Dosierung beim Schießen. Gerade für Spieler, die gut mit dem Ball umgehen können, ist Fußballtennis eine gute Variante, ihr Können weiter zu trainieren

...und auch für Tennisvereine

Da zum bereits vorhandenen Platz und Netz neben einem Ball kein zusätzliches Material benötigt wird, ist Fußballtennis eine günstig und im Handumdrehen zu realisierende Ergänzung im Sportangebot des Tennisvereins. Die Mischung aus Fußball, Tennis und Volleyball spricht ein breites Publikum an und auch Fußballbegeisterte werden auf den Tennisplatz gelockt. Der Sport kann natürlich auch in der Halle ausgeübt oder auf eine Rasenfläche verlegt werden. Und wo es schon keinen großen Umbau des Tennisplatzes erfordert und zudem leicht zu erlernen ist, bietet es allemal eine interessante Abwechslung für die Vereinsmitglieder, eine neue Sportart mit Spaßfaktor auch für Andere und einen guten Ausgangspunkt, um eine Kooperation mit dem benachbarten Fußballverein in die Wege zu leiten. Oder man nutzt eine Partie Futnet als schönen Anlass, um einfach mal 'außer der Reihe' sportlich zusammenzufinden. JT

Futnet Weltmeisterschaften 2012

03. - 04. November 2012 in Brünn (CZ):
Futnet-Weltmeisterschaft der Damen +
U21-Junioren-Weltmeisterschaft

07. - 09. Dezember 2012 in Nymburk (CZ):
Futnet-Weltmeisterschaft der Herren
Erwartet wird für diese Weltmeisterschaft die Teilnahme von etwa 20 Ländern. Dies würde einen neuen Veranstaltungsrekord bedeuten. Die Futnet-Weltmeisterschaften werden im tschechischen Fernsehen übertragen.

Weiterführende Links

www.futnet.eu (offizielle Seite der European Futnet Association)
www.fifta.org (offizielle Seite der Federation International Footballtennis Association)
www.unifut.net (offizielle Seite der Union Internationale de Futnet)
www.oeftv.at (offizielle Seite des Österreichischen Fußballtennisverbands)
www.bsn-ev.de (Webseite des Behinderten Sportverbandes Niedersachsen mit offiziellem Fußballtennisregelwerk für den Behindertensport und weiteren Informationen)
www.mssports.ch (deutschschweizweiter Förderer des Fußballtennis)
www.facebook.com/futnetworld

Foto: Michel Dumergue, ©European Futnet Association

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