Unerwünschter Bewuchs auf dem Spielfeld

Alles raus, was keinen Beitrag zahlt!

Moose, Algen und Kräuter sind auf Tennenflächen keine gern gesehenen Gäste. Sie zerstören nicht nur die optische Einheit des Feldes, sondern durchmischen durch Wurzelbildung den wichtigen Schichtaufbau der Tennenfläche und gefährden die Spieler durch Rutschgefahr. Neben der mechanischen Bekämpfung mit Scharrierer und Schleppmatte, welche für jeden Verein selbstverständlich sein sollte, gibt es noch weitere Möglichkeiten, dem Wachstum der unerwünschten Pflanzen entgegen zu wirken.

Chemie

Die chemische Bekämpfung von Pflanzenbewuchs ist in Deutschland gesetzlich stark eingeschränkt. Durch die rasche Versickerung, die auf Flächen mit wassergebundener Decke gegeben sein muss, würden chemische Stoffe schnell in den Abwasserkreislauf gelangen. Generell muss man sich, wenn man eine chemische Bewuchsbekämpfung auf seinen Plätzen plant, um eine amtliche Genehmigung des Landes bemühen. Die Verordnungen zum Einsatz von Pestiziden/Herbiziden sind Ländersache. Wie die Situation im eigenen Bundesland ist, erfragt man am besten bei den jeweiligen Landesämtern. Generell ist von der Ausbringung von Herbiziden auf Tennenflächen abzuraten, da dann auch die Entsorgung des Deckenmaterials bei der nächsten Instandsetzung teuer wird. Die Stoffe können außerdem Kleidung und Equipment der Sportler angreifen. Falls eine chemische Bekämpfung in Frage kommt, sollte sie auf eine Punkt- oder Teilbehandlung beschränkt bleiben.

Viehsalz

Ein biologisch besser verträglicher Weg, das Wachstum von Moos auf dem Platz zu unterbinden, ist die Ausbringung von Viehsalz. Dabei handelt es sich um mit Eisensulfat versetztes Kochsalz, das man im landwirtschaftlichen Fachhandel erhält. Es lässt die meisten Moose und Krautpflanzen verdorren. Es gelten die gleichen Regelungen wie für das Ausbringen von Streusalz im Winter. Mit etwa 10,- € für 50 kg ist das Viehsalz eine günstige Variante zur Vernichtung von Unkraut, jedoch sollte es nur bei starkem, häufig wiederkehrendem Bewuchs angewendet werden, da es u.a. zu einer „Aufsalzung“ des Grundwassers führen und den Boden schädigen kann.

Eisensulfat

Eine weitere Methode der Unkrautbekämpfung ist der Einsatz von Eisensulfat. Auch üblich sind die Bezeichnungen Ferrosulfat, Grünsalz, Eisendünger oder Eisenvitriol. Dieses Mittel verhindert das Nachwachsen verschiedener Moose, da sie Eisen nicht vertragen. Schon einige Tage nach dem Auftragen (gestreut oder in Wasser aufgelöst) färbt sich das Moos langsam braun, dann ist es abgestorben und kann ohne Probleme entfernt werden. Es muss jedoch darauf geachtet werden, das Eisensulfat nicht mit Steinplatten o.ä. in Kontakt zu bringen, da sich auf diesen ebenfalls unschöne braune Flecken bilden können. Eisensulfat ist in jedem Baumarkt oder Gartenfachcenter frei verkäuflich. Wenn nur das Moos entfernt werden soll, ist dies eine gute Option, anderen Pflanzen und Gräsern macht Eisensulfat jedoch nichts aus. ▪ UL/JT

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