Hochwasser auf deutschen Tennisplätzen

Die Hochwasserkatastrophe im Juni 2013 hat im Norden, Süden und Osten der Bundesrepublik mitunter verheerende Schäden angerichtet. Pegelstände der Saale von bis zu 8,10 Meter oder der Donau von sogar fast 13 Meter ließen Wassermassen über die Ufer treten und sorgten für weitreichende Evakuierungen von Stadtteilen. Neben Privathaushalten und Geschäftsinhabern war auch eine Vielzahl von Tennisvereinen in Deutschland existenziell von der Hochwasserkatastrophe betroffen.

Die Tennisvereine in den Hochwasserregionen, insbesondere in Bayern und Sachsen-Anhalt, haben mit zum Teil erheblichen Schäden auf ihren Tennisanlagen zu kämpfen. Fördermaßnahmen zum Wiederaufbau und zur Renovierung von beschädigten Anlagen werden vom Bund, von den Ländern und von privaten Spenden finanziert. Um die Schäden schnellstmöglich beseitigen und den Spielbetrieb wieder aufnehmen zu können, haben sich zudem Landessportverbände dazu entschlossen, Hilfsfonds einzurichten und den Vereinen Schritt für Schritt Anleitungen für den Umgang mit Hochwasserschäden mit auf den Weg zu geben. Darüber hinaus hat der Deutsche Bundestag vereinseigene Sportstätten in das Aufbauhilfegesetz aufgenommen.

Vier Schritte zur Förderung

Der Bayerische Landes-Sportverband (BLSV) hat zum Beispiel einen praktischen Informations-Flyer herausgegeben. Der Flyer „Sportstättenbau aktuell – Hochwasser in Bayern Juni 2013“ enthält eine Schritt-für-Schritt-Anleitung über den Umgang mit Hochwasserschäden, die für alle betroffenen Vereine gleichermaßen Gültigkeit besitzt. Gemäß den Förderrichtlinien des BLSV (Zi.C5.2.3) besteht die Möglichkeit bei Katastrophenfällen, also auch bei unvorhersehbaren Schadensereignissen bedingt durch Hochwasser, Fördergelder zu erhalten. Weitere Voraussetzungen für eine Förderung können den Förderrichtlinien entnommen werden.

Die ersten Schritte zur Förderung

1. Schadensmeldung beim Referat Sportstättenbau
2. Dokumentation des Schadenfalls
3. Verkehrssicherungspflicht durch Sicherungsmaßnahmen
4. Antragstellung durch den Verein auf Baufreigabe für bauliche Maßnahmen und über die Beantragung von Fördergeldern
Spendenaktion Hochwasser 2013
Angesichts der Flutschäden in Sachsen-Anhalt richtete der Tennisverband Sachsen-Anhalt (TSA) am 07.06.2013 einen Hilfsfond für die vom Hochwasser geschädigten Tennisvereine ein. „Der Blick auf die Wassermassen ist beängstigend. Kaum vorzustellen, mit welcher Wucht einige unserer Mitglieder getroffen wurden. Wir wollen selbst schnell und unbürokratisch helfen und wenden uns an Freunde und Verbündete des Tennissports in Sachsen-Anhalt“, sagt Sören Brauns, Vizepräsident Jugendsport im Tennisverband Sachsen-Anhalt (TSA), auf der Verbandshomepage. Hilfsfonds für den Wiederaufbau von Vereinsanlagen wurden vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), dem Landessportbund Sachsen-Anhalt, dem Land Sachsen-Anhalt, der DBJR–Aktion „Jugend packt an“ (Deutscher Bundesjugendring) und der Lotto Toto GmbH Sachsen-Anhalt eingerichtet. Die Lotto Toto GmbH Sachsen-Anhalt stellt beispielsweise eine Million Euro für Vereine und gemeinnützige Einrichtungen zur Verfügung. Auf einer Konferenz der Spitzenverbände wurde die Bereitstellung einer Soforthilfe von über 100.000 Euro von der Stiftung Deutscher Sport des DOSB beschlossen und ein Spendenkonto eingerichtet. Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes und Rainer Brechtken, Vorsitzender der Spitzenverbände, erkennen die Notwendigkeit einer finanziellen Unterstützung, möchten „in Härtefällen schnell und unbürokratisch helfen und appellieren an die Solidarität des deutschen Sports“.

Bekämpfung der Hochwasserschäden

Für eine gelungene und rasche Wiederaufnahme des Spielbetriebs finden sich zahlreiche Beispiele. So wurde im Tennisclub Sandanger e.V. infolge eines Aufrufs zur Beseitigung der Flutschäden am 14. Juni mit dem Entfernen des Schlamms begonnen, sodass am 28. Juni die Plätze bereits wieder bespielt und der Punktspielbetrieb wieder aufgenommen werden konnten. Ein persönlicher Spendenaufruf des Vereins hat auch zu der zügigen Beseitigung der Schäden beigetragen. Eine ebenfalls unterstützende Geste bietet der Verein TC Halle-Böllberg 53 e.V. Vom Hochwasser betroffenen Vereinen wird der Tennisplatz Nr. 5 zum Spielen zur Verfügung gestellt.
Im rheinland-pfälzischen Braubach ist es dem örtlichen Tennisclub nach 150 Stunden selbstständiger Aufräumarbeiten gelungen, der Wassermassen Herr zu werden. Zur Wiederherstellung der Plätze mussten rund zehn Tonnen Ziegelmehl im Wert von rund 1000 EUR neu aufgebracht werden.
In Bayern sicherten Anfang Juni die Vereinsmitglieder des FC Gundelfingen e.V. ihr nahe der Donau gelegenes Tennisheim mit Sandsäcken vor eindringendem Wasser ab. Einzelne Tennisplätze wurden dennoch überflutet, sodass ein Turnier nur durch Improvisation stattfinden konnte. Die Tatsache, dass es trotz aller Widrigkeiten stattgefunden hat, zeigt, dass mit Solidarität und persönlichem Engagement zahlreicher Vereinsmitglieder vieles erreicht werden kann. Zusammen mit der finanziellen Unterstützung durch Spenden und bereitgestellte Mittel der Landesverbände, der Länder und sogar des Bundes, bleibt zu hoffen, dass die meisten Vereine ohne größere Probleme die Freiluftsaison fortführen können. ■ Ann-Kathrin Roeske, Joschka Riedel

Weiterführende Links

Bayerischer Landessportverband:
http://www.blsv.de/fileadmin/user_upload/pdf/sportstaettenbau/sportstaetten_flyer_hochwasser_2013.pdf
Tennisverband Sachsen-Anhalt:
http://www.tennis-tsa.de/index.php?id=135
Sportförderrichtlinien:
http://www.blsv.de/?id=10584
Homepages der Vereine:
http://www.tennis-beim-fcg.de/verein/infos-zum-hochwasser/
http://www.tsv-weikersheim-tennis.de/
http://www.tc-sandanger.de/

Deine RETURNAL Redaktion

Die Datenschutzbestimmungen habe ich zur Kenntnis genommen.

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.