Die Inspektion von Tennisanlagen

Gut inspiziert ist halb repariert

Um Verkehrssicherheit und Funktionsfähigkeit zu gewährleisten und Instandsetzungsbedarf rechtzeitig feststellen zu können, muss eine Sportanlage regelmäßigen Inspektionen unterzogen werden. 

Bei Inspektionen sind sowohl die Sportflächen selbst, als auch die Technikanlagen, Ergänzungsflächen und sonstigen Einrichtungen hinsichtlich ihrer Verkehrssicherheit, Funktionsfähigkeit und der ordnungsgemäßen Realisierung von Pflege- und Wartungsarbeiten zu überprüfen. Die Inspektionen müssen regelmäßig und fachgerecht ausgeführt werden. Nur so ist eine Vermeidung bzw. zeitnahe Behebung von Funktionsmängeln, Pflege- oder Instandsetzungsbedarf und Gefahrenquellen möglich und damit die Zufriedenheit und Unversehrtheit der Nutzer weitestgehend garantiert.
Pflichten und Zuständigkeiten
Die Verkehrssicherheit ist gesetzlich geregelt (gesetzliche Unfallversicherung GUV) und beinhaltet, dass derjenige, der eine Sportsstätte zur öffentlichen Nutzung bereitstellt (also „in den Verkehr bringt“), dafür verantwortlich ist, dass die Benutzer keiner Gefahr ausgesetzt sind. Hierunter fallen sämtliche Gefahrenquellen, die für den Betreiber erkenn- bzw. vorhersehbar sind. Zur Verkehrssicherheit gehören auch Benutzungsordnungen für das Sportgelände und die Plätze, ggf. aber auch für bestimmte Sport- oder Platzpflegegeräte, die besonderen Umgang erfordern. Anlagen oder Geräte, die auf dem Sportplatz zur Verfügung stehen, müssen regelmäßig, d.h. mindestens einmal pro Jahr, einer Überprüfung auf Material- und Konstruktionsmängel unterzogen werden. Werden Mängel festgestellt, sind diese umgehend zu beheben; dies regelt §11 der Unfallverhütungsvorschrift der GUV – V A1. Die Zuständigkeiten selbst sollten im Verein durch schriftliche Dienstanordnungen geregelt werden. Es handelt sich hierbei um eine Art „Sicherheitsmanagement“, das drei Zuständigkeitsebenen beinhaltet: Zur Verantwortungsebene gehören Vertreter einer übergeordneten Delegation (im Verein: der Vorstand), die die Verantwortung in ihrer Gesamtheit übernehmen. Sie sorgen für ein funktionierendes Sicherheitsmanagement und dafür, dass Aufträge zur Mängelbeseitigung erteilt werden. Bereichs- und Sachgebietsleiter mit technischer Ausbildung vertreten die Entscheidungsebene. Sie sind dafür zuständig, dass Inspektionspläne aufgestellt werden und überprüfen zudem die Inspektionen selbst. Die eigentliche Durchführung der Inspektionen (Ausführungsebene) fällt all jenen zu, die über sachkundiges Wissen der Materie verfügen. Dazu zählen neben speziell beauftragten Angestellten, Handwerkern und Fachfirmen auch Übungsleiter und Sportlehrer. In vielen Vereinen ist wohl nicht mit einer solch hochgradigen personellen Ausdifferenzierung zu rechnen; stattdessen werden Mitglieder des Vorstands bspw. auch Bereichsleiter mit speziellen Aufträgen sein – doch auch dann sollten die Zuständigkeiten klar definiert werden.

Inspektionsintervalle

Inspektionsintervalle
Prüfung  Platzwart/Hausmeister Übungsleiter/Sportlehrer Fachunternehmen/Sachkundige

Sichtprüfung
Prüfung auf äußerlich erkennbare Mängel durch Inaugenscheinnahme

nach Dienstanweisung/Vertrag (z.B. Kontrollgänge vereinbaren) vor jeder Nutzung nach Vertrag

Funktionsprüfung
Überprüfung auf sichere Funktionstüchtigkeit

nach Dienstanweisung/Vertrag (z.B. Kontrollgänge vereinbaren) vor jeder Nutzung nach Vertrag

Sachkundigenprüfung
umfassende und differenzierende Überprüfung

---- ---- mindestens alle 2 Jahre nach Vertrag

Quelle: FLL – Empfehlungen für die Pflege und Nutzung von Sportanlagen im Freien, Planungsgrundsätze. 2006

Für die unterschiedlichen Inspektionsarten werden verschiedene Intervalle empfohlen: Während eine Sichtprüfung (i.d.R. durch den Platzwart bzw. Hausmeister) wöchentlich erfolgen sollte, ist die Funktionsprüfung einmal im Monat erforderlich. Durch ein Fachunternehmen (bzw. andere Sachkundige) sollte man die Funktions- oder Sichtprüfung jährlich durchführen lassen. In einem Intervall von zwei Jahren erfolgt schließlich die Sachkundigenprüfung. Die Prüfung durch Übungsleiter/Sportlehrer betrifft nur den jeweils genutzten Teil der Sportanlage und der Geräte und erfolgt direkt vor der Nutzung. Es bietet sich an, die Intervalle für Inspektionen vertraglich festzulegen und überdies den örtlichen Verhältnissen anzupassen. Auch Wartungs- und Pflegehinweise der Hersteller sind zu beachten. Um den sicheren Zustand von Einrichtungsgegenständen oder Sportgeräten erschöpfend beurteilen zu können, sind eine fachliche Ausbildung, längere Erfahrung und Kenntnis der einschlägigen Regeln der Sicherheitstechnik unabdingbar. Vom Verein sind auch für externe Prüfer u.U. notwendige Werkzeuge, Messgeräte, Prüflehren u.a. sowie die Herstellerunterlagen (technische Beschreibungen, Bedienungs- und Wartungsanleitungen etc.) bereitzuhalten. Weitere Aspekte, die auch bei der Festlegung der Inspektionsintervalle im Einzelnen berücksichtigt werden sollten, sind: die Art und das Alter der Sportanlage und der verwendeten Geräte, Umwelt- und Umfeldverhältnisse (z.B. Vandalismushäufigkeit) und letztlich auch das Verhalten der aktiven Nutzer und ihr Vermögen, Gefahrenquellen erkennen und richtig einzuschätzen zu können.

Der Inspektionsbericht

Alle erfolgten Inspektionen sind zu protokollieren. Lückenlos und übersichtlich können somit auch Entwicklungen überblickt und Zustände verglichen werden. Aus dem Inspektionsbericht sollte sich folgendes ablesen lassen:

  • Welche Art der Inspektion ist erfolgt?
  • An welchem Tag fand die Kontrolle statt?
  • Wer hat geprüft?
  • Welche Schäden bzw. Mängel wurden festgestellt?
  • Sind weitere Untersuchungen (aufgrund der entdeckten Mängel) notwendig? 
  • Welche Maßnahmen werden im Folgenden ergriffen? Welcher Art sind sie und wie dringlich?
  • Welches Datum ist für eine Mängelbeseitigung angegeben?
  • Wer ist für das weitere Vorgehen zuständig?

Die Unterschriften des Prüfers sowie des Vorgesetzten gehören auf jeden Inspektionsbericht. Zudem müssen die Berichte für 5 Jahre archiviert werden.

Die Dokumentation sollte am besten nicht nur schriftlich, sondern auch in Form einer Kartierung erfolgen. Platz- und Anlagenentwicklung können so noch genauer überwacht werden. Dies ermöglicht eine besonders sichere Diagnosestellung und damit treffsichere Beseitigung bzw. künftige Vermeidung von Mängeln. ▪ LB

Überprüfen der Funktionsfähigkeit und der Verkehrssicherheit

Um Mängel bei den Inspektionen gezielt und vollzählig finden zu können, bietet sich eine Checkliste an, die die Besonderheiten der verschiedenen Bodenflächen sowie der technischen Einrichtungen berücksichtigt:

Sportflächen Sonstige Einrichtungen/Nebenflächen
• Belagsschäden • Stolpergefahr durch Unebenheiten
• Auflage/Verschleiß/Abnutzung/Spannung der Markierungslinien • lose Platten, Pflastersteine, extreme Fugen, Schlaglöcher etc. auf Verkehrsflächen (Wege, Parkplätze…)
• Schäden durch unsachgemäße Nutzung (z.B. Nutzung bei zu feuchtem Boden, Frost- oder Tauwechsel) • Funktionsfähigkeit und Verkehrssicherheit von Einrichtungen f. d. Vegetation (Kübel, Bewässerungsanlagen etc. )
• Vernässungen • Standsicherheit der fest eingebauten Netze
• Verlagerung des Deckschichtmaterials • Funktionstüchtigkeit der Beleuchtungsanlagen
• Grobkornablagerungen auf der Oberfläche, Rollkorn • Elektrische Sicherheit von Wegbeleuchtungen, Flutlichtanlagen etc.
• Sanierungsbedarf  (z.B. Belagserneuerungen; Neulinierung) • Korrosions- und andere Schäden an Zäunen und Flutlichtmasten (insbesondere im Bereich der Erd-Luft-Zone) 
• Verschlämmungen • Schäden an Zuschauereinrichtungen
• Pflanzenaufwuchs, Vermoosung, Algen, Unkraut auf Rasenflächen • unerwünschter Pflanzenbewuchs, Vermoosung, Algen, Überwucherungen
• Vollzähligkeit/Zustand von Platzzubehör • Verkehrssicherheit von Bäumen, Sträuchern
• fehlende, nicht trittsichere oder nicht abgedeckte Bodenhülsen • Funktionsfähigkeit und Verkehrssicherheit von Einrichtungen f. d. Vegetation (Kübel, Bewässerungsanlagen etc. )
• Schäden durch unsachgemäße Pflege und Wartung • Schäden durch unsachgemäße Pflege und Wartung
• Verschmutzung der Regnergehäuse • Funktionstüchtigkeit der Schließanlagen
• Fremdmaterial • Fremdmaterial
• Standsicherheit u. Funktionsfähigkeit von fest eingebauten Sporteinrichtungen (Netze u.Ä.) • Fehlende bzw. mangelhafte Verankerungen, Abdeckungen u.Ä.
• Warnschilder u. Benutzungshinweise • Warnschilder u. Benutzungshinweise
• Schäden durch Tiere (Wühlschäden, Pflanzenschädlinge b. Rasenflächen…) • Schäden durch Tiere (Wühlschäden, Pflanzenschädlinge…)

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Entwässerungseinrichtungen Bewässerungseinrichtungen
• Funktionstüchtigkeit der Versickereinrichtungen • Funktionstüchtigkeit der Versenkregner (v.a. das automatische Absenken nach dem Beregnungsvorgang)
• Funktionstüchtigkeit der Einlaufschlitze zum ungehinderten Herausfließen des Oberflächenwassers • Einhaltung der vorgegebenen Beregnungsabschnitte
• Funktionstüchtigkeit der Schmutzfänge (bei Abläufen, Rinnen, Schächten etc.) • vor Inbetriebnahme: Schließung sämtlicher Entleerungsventile, Prüfung des Wasserdrucks
• Verschmutzungen der Abläufe, Rinnen etc. • bei Außerbetriebnahme: Entleerung der Regner und Leitungen, Frostschutz von Pumpen, Rücklaufverhinderer etc.

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