Ein kleiner Ratgeber zur Tennisplatzlinierung

Erfolg auf der ganzen Linie

Solange der Ball noch die Linie berührt, ist er nicht im Aus – eine Regel, die stets für Diskussionsstoff sorgt, denn es erfordert schon ein ziemlich scharfes Auge, um darüber zu entscheiden, wo der Ball letztendlich aufgekommen ist. Worüber sich alle einig sind ist die Tatsache, dass man für ein unstrittiges Tennismatch eine sorgfältige Linienführung braucht. Wenn der Ball verspringt, das Feld des Gegners kleiner zu sein scheint als das eigene oder man gar mit dem Fuß am Plastik hängenbleibt, stimmt etwas ganz und gar nicht.

Möglichkeiten der Spielfeldmarkierung

Vereine mit Tennenflächen haben verschiedene Möglichkeiten, das Spielfeld zu markieren. Spielflächen für Kleinfeldtennis werden meist einfach mit Kreidelinien eingezeichnet, die mit einem Kreide- oder Trockenmarkierwagen aufgebracht werden können. Die Linienbreite, auf die das Kreidepulver durch ein Schüttelsieb rieselt, kann hierbei gewöhnlich durch Hebel eingestellt werden. Bei Rasenplätzen werden häufig eher Nassmarkierwagen eingesetzt, die flüssige Farbe aus einem Behälter per Pumpdruck ins Gras sprühen. Sandoberflächen nehmen aber auch Kreide oder das vulkangesteinbasierte Streugut Markolit gut auf, daher ist der Einsatz von teurerer Flüssigfarbe nicht zwingend nötig.
Besser geeignet für den Tennenplatz – weil beständiger – sind Linien aus Kunststoff. Hier existieren verschiedene Systeme:
Elastische Linien aus Gummi oder weichem PVC werden für Klein-und Midcourt-Felder eingesetzt. Diese werden meist mit Nägeln befestigt. Wenn es darum geht, einen Platz für ein Nachmittagsturnier zu markieren oder zu verkleinern, hat man hier eine praktische Lösung zur Hand.
Professioneller und dauerhafter sind Linien aus Hart-PVC. Man unterscheidet hier zwischen Spannlinien und Stecklinien. Die ITF (International Tennis Federation) schreibt eine Linienbreite von 2,5 – 5 cm vor, wobei zumindest die Mittellinie eine Breite von 5 cm vorweisen muss. Die Standardmaße, wie man sie auf den meisten Plätzen findet, sind 4 oder 5 cm Linienbreite. Darauf sind auch die Produzenten von Fertiglinien eingestellt.
Steckbare Markierungsstäbe sind in sich starr, was ein gerades Verlegen auch für die Einzelperson einfach macht. Sie lassen sich außerdem theoretisch jederzeit wieder abbauen, wenn der Platz für andere Zwecke gebraucht wird. Aber auch sie sind anfällig für Verschiebungen durch Frost und andere Einflüsse und müssen häufig neu justiert werden. Sofern sie überhaupt im Boden verankert werden, geschieht dies durch einfache Bodennägel; im Normalfall werden sie jedoch einfach eingewalzt.
Spannlinien werden häufiger verwendet, wenn der Platz auf Dauer markiert werden soll. Die Fabrikate „Ideala®“ der Tegra Baustoffe GmbH, „Geniala®“ der INSPORT Tennisequipment GmbH und „Speziala®“ der Marke TYGER sind hierbei marktführend, bei den Stecklinien stößt man zumeist auf das „Tigerband“ der Marke ASS.

Vorteile und Montage

Die gängigen Spannlinienfabrikate haben alle paar Zentimeter einen Schlitz, der die Linie quert. Diese Aussparungen sind sehr vorteilhaft: sie lassen Wasser durch, damit der Boden unter der Linie gleichmäßig bewässert werden kann. Dadurch verzahnt sich die Linie auch hervorragend mit der Tennendecke.
Die Verankerung von Tennis-Spannlinien geschieht durch Rohre, die in den Boden getrieben werden. Diese Rohre sind durch die Spannkräfte der Linie und das ständige Bewässern einigen Belastungen ausgesetzt, die Lebensdauer beträgt aber durchschnittlich immerhin 5-6 Jahre; falls sie noch einmal umgesetzt werden müssen, nicht ganz so lange. Wer Sorge hat, die Rohrmündung durch das notwendige Einhämmern zu beschädigen, bekommt im Fachhandel einen speziellen Hämmer-Aufsatz. Alternativ kann man auch mit einem Stahlstab bereits Löcher vorschlagen, in die die Rohre gesetzt werden können. Die Bodenrohre sollten schräg in den Boden eingesetzt werden, d.h. sich vom Mittelpunkt der Linie wegneigen, da die Spannung der Linie sie später in die Senkrechte ziehen wird (werden sie also gerade eingesetzt, neigen sie sich beim Spannen nach innen und es wird nahezu unmöglich, die Linien dann noch straff zu bekommen). Die Verbindung von Rohr und Linie geschieht durch den Einsatz von Bodenankern. Ein solcher Bodenanker füllt idealerweise die ganze Breite eines Linien-Schlitzes aus, um maximale Stabilität zu gewährleisten. Man muss an jeder Ecke einen Anker verwenden, d.h. 18 Stück pro Tennisplatz.
Die Spannung der Linien geschieht durch den Einsatz von speziellen Ratschen-oder Kurbelspannvorrichtungen. Auch diese nutzen die Linienaussparungen, um zu greifen. Man drückt das Spanngerät mit seinem Körpergewicht in den Boden, während die Kurbel oder Ratsche bedient wird – so lässt sich das Linienspannen relativ einfach vornehmen. Das Netz kann aber einer Spannung über die gesamte Länge des Spielfeldes im Weg sein. Da mancherorts die Verankerung des Tennisnetzes genau dort im Boden befestigt ist, wo die Linie verlaufen muss, findet sich auch dafür eine einfache technische Lösung: Ein sogenannter Linienverbinder hält, vergleichbar mit den Spannklammern für Mullbinden, die Linienenden auf beiden Seiten der Netzgurtverankerung fest gespannt miteinander verbunden. Die Ecken der Linierung sind verstärkt, damit sie später gut verankert werden können, da sie sich durch die Spannung gern vom Boden heben. Zum Verankern der Ecken kann man Doppelkrallen verwenden, die der Ecke sicheren Halt im Boden verschaffen.
Die vorgestellten Spannlinien haben gegenüber allen anderen Linien den Vorteil, dass sie nicht so leicht aus dem Boden gezogen und vom Frost nicht herausgedrückt werden können. Bei sachgemäßer Montage der Linierung ist bei Spannlinien zudem eine Verletzungsgefahr im Grunde ausgeschlossen. Werden hingegen z.B. die Bodenrohre zu tief in den Boden versenkt, besteht Stolpergefahr, die auch bleibt, wenn die Vertiefungen mit Sand aufgefüllt werden – und hier stellt sich dann die Frage: war der Ball im Aus?

Zum Befestigen der Linie bei der Montage und der Frühjahrsinstandsetzung

Nach der FIS oder nach zwischenzeitlichem Frost im Frühjahr walzt man mit einer Linienwalze über die Linie. Wo sie nur stellenweise an Bodenhaftung verloren hat, lässt sich zum Beispiel mit einem Linienstampfer nachhelfen. Der Boden muss hierfür stets erdfeucht sein, damit die Linien in den Boden gehen und haften bleiben.▪ UL

Deine RETURNAL Redaktion

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.