Frühjahrsinstandsetzung richtig gemacht

Eine korrekte und sachgerechte Durchführung der jährlichen Frühjahrsinstandsetzung (FIS) ist in höchstem Maße entscheidend für die Qualität der Sandplätze.

Fehlbehandlungen und Versäumnisse bei der FIS wirken sich nicht nur negativ auf das Spielvergnügen der anstehenden Saison aus, sondern verkürzen auch die Gesamtlebensdauer eines Tennisplatzes und machen frühzeitig kostenintensive Renovationen erforderlich. Die Fehlerquellen sind so vielfältig wie die einzelnen Arbeitsschritte, welche akkurate Sorgfalt und die gewissenhafte Einhaltung der richtigen Reihenfolge erfordern. Auch wer seine Plätze von einer Tennisservice-Firma aufbereiten lässt, sollte sich gut mit der FIS auskennen, um die Arbeiten der Firma kontrollieren und mögliche Nachlässigkeiten erkennen zu können. 

Der richtige Zeitpunkt

Mit der FIS kann erst dann begonnen werden, wenn der Unterbau des Tennisplatzes vollständig abgetaut und das Sickerwasser hinreichend abgelaufen ist. Zu frühes Betreten oder gar Bearbeiten der Tennisdecke führt zu Schäden des Bodensystems! Für den Beginn der FIS ist ausschließlich der individuelle Zustand des jeweiligen Platzes ausschlaggebend – nicht etwa, ob der Nachbarverein schon mit der Frühjahrsinstandsetzung begonnen hat. Beizeiten ist neues Ziegelmehl in ausreichender Menge zu ordern (übrigens: einige Lieferanten gewähren einen Rabatt für Frühbesteller, wenn bereits im Herbst geordert wird).

INFO: Auch nach verspätetem Nachtfrost ist vor jeder Bearbeitung das vollständige Abtauen des Bodensystems abzuwarten. Andernfalls kann bspw. durch Walzen die gefrorene Lavaschicht regelrecht zertrümmert werden.

Die richtige Menge Sand

Sowohl über Sandmenge, die abgetragen werden muss, als auch über die Menge frischen Sandes für die Aufbereitung können keine verbindlichen Werte angegeben werden. Beides ist in starkem Maße abhängig von den verschiedensten Faktoren. Weist der Platz viele Mulden und Senken auf? Wurde während der Saison stets sorgsam nachgestreut? Ist die Tennisdecke insgesamt zu dick oder zu dünn? Unterliegen die Plätze einem starken Materialabtrag durch die örtlichen Witterungsverhältnisse (Stark-regen, Sturm, Trockenheit, Wind)? Ist aufgrund von vermehrtem Pflanzenaufwuchs (bspw. durch Vernachlässigung der Sportflächenränder beim Abziehen des Platzes) oder pflanzlichen Verunreinigungen in der gesamten Tennisdecke (z.B. zu erkennen an Bläschenbildung bei Nässe) ein umfangreicherer Abtrag notwendig? Welches Ausmaß an Pflanzenaufwuchs hat die kalte Jahreszeit auf dem Platz zugelassen? Da all diese Faktoren von Platz zu Platz variieren, ist hier nur ein durchschnittlicher Richtwert anzugeben. Dieser liegt bei 1,5 bis 2 Tonnen Sand pro Platz, die jeweils abzutragen und an Neumaterial wieder aufzubringen sind. 

1. Schritt - Vorbereitung des Platzes

Es ist empfehlenswert, etwa eine Woche vor der geplanten FIS die Wasseranlage in Betrieb zu nehmen und zu warten; eventuelle Schäden an den Leitungen können so noch rechtzeitig repariert werden. Der Platz ist nur mit geeigneten wenig profilierten Schuhen zu betreten. Die Vorbereitung des Platzes umfasst das Entfernen der Linienabdeckung und von Laub und Unrat, die Reinigung von Wasserrinnen und Schlammsammlern, das Anbringen der Tennisblenden, die Kontrolle von Umzäunung, Beleuchtung und Geräten und natürlich die Bereitstellung eines Lagerplatzes oder Containers für das Altmaterial. Die Bodenhülsen der Netzpfosten (und ggf. der Versenkregner) sind abzudecken; die Steine der Linienbefestigung können hierfür genutzt werden. Ist die Tennisdecke über den Winter sehr stark hochgefroren, so ist sie vor dem Abtragen des alten Sandes kreuzweise leicht anzuwalzen, da sonst beim Scharrieren zu viel Material abgetragen wird. (Wird der Platz vorgewalzt, so ist ein höherer Kraftaufwand beim Scharrieren notwendig, um das so verdichtete Altmaterial hinreichend zu entfernen). Der Belag muss beim Walzen leicht feucht sein, ohne dass Material an den Bandagen der Walze kleben bleibt. Es empfiehlt sich, vor dem Abtragen der Ziegelmehldecke die Ebenheit mit der 4m-Richtlatte, Spaltweite max. 5mm, in verschiedenen Richtungen zu überprüfen; Unebenheiten können so bereits während des Scharrierens berücksichtigt werden.

2. Schritt - Altmaterial abschaben / scharrieren

Zum Abtragen der Verschleißschicht und Aufrauen der Platzfläche ist am besten ein Aluminiumscharrierer mit einer glatten und einer gezahnten Seite zu verwenden; die gezahnte Seite raut den Belag besser an und erlaubt das Auflockern auch stark verschmutzter und verhärteter Belagsbereiche. Je nach Zustand des Platzes sind in der Regel zwischen 1mm und 3mm der Tennisdecke zu entfernen. Begonnen wird mit dem Scharrieren direkt am Rand des Platzes, wo sich in der Regel die stärksten Verunreinigungen befinden. Es sollte über die gesamte Spielfläche zunächst längs (parallel zur Seitenlinie) und anschließend quer (parallel zur Grundlinie) gearbeitet werden. Bei dieser Vorgehensweise entstehen ‚automatisch‘ kleine Häufchen, die sich später bequem aufnehmen lassen. Zum Abtragen des Altmaterials im Bereich der Bodenhalterungen werden die Abdeckungen vorübergehend entfernt; es ist vorsichtig zu scharrieren, damit kein Sand in die Vertiefungen gelangt.

3. Schritt - Altmaterial vom Platz karren

Für den Abtransport des Altmaterials werden Schubkarren mit schwach profilierten Reifen und breite, abgeflachte Schaufeln benötigt. Letztere beschädigen im Gegensatz zu spitz zulaufenden Schaufeln nicht den Boden und können die Sandhäufchen im Ganzen aufnehmen. Pro Haufen muss somit nur einmal geschippt werden. Der Einsatz von motorisierten ‚Baggys‘ für den Abtransport ist nicht anzuraten, im feuchten Sand richten die Maschinen Schaden an und können daher höchstens am Spielfeldrand und nur bei trockenem Wetter eingesetzt werden. Und auch dann müssen die groben Spuren im Anschluss aufwändig ausgeglichen werden – auf die teure Investition sollte daher besser verzichtet werden.

TIPP: Falls Sie Ihre Plätze von einer Tennisservice-Firma instand setzen lassen, kontrollieren Sie nach dem Abtragen, ob Verschleißmaterial und Verunreinigungen zufriedenstellend entfernt worden sind.

4. Schritt - Walzen 

Zu beginnen ist mit dem Einwalzen der nachgespannten Linien. Hierfür wird entweder eine kleine Handwalze benutzt, oder mit einer großen Walze mit zwei Walzrollen rückwärts (also mit der kleinen Walzrolle zuerst) die Linien entlanggegangen. Niemals darf quer über Linien gewalzt werden, die noch nicht längs in den Boden gewalzt wurden! Es wird als erstes die Grundlinie eingewalzt, im Außenbereich gewendet und die Longline gewalzt, anschließend die zweite Grundlinie und danach die zweite Longline. (Wer eine kleine Handwalze benutzt hat, wechselt nun zur großen Walze). Jetzt ist der Grundlinienbereich quer bis zur Grundlinie zu walzen. Auf dem Weg zum gegenüberliegenden Grundlinienbereich werden durch das Laufen einer Kehre die T-Linien gewalzt. Wenn beide Grundlinienbereiche bearbeitet sind, ist der gesamte Tennisplatz in Längsrichtung zu walzen. Durch diese Vorgehensweise wird der stark beanspruchte Grundlinienbereich doppelt verdichtet. 

INFO: Es wird hin und wieder die Meinung vertreten, das Walzen zwischen dem Abtragen und der  Verteilung des Neumaterials verhindere die Verzahnung von alter und neuer Ziegelmehlschicht. Tatsächlich ist die freigelegte Deckenschicht aber besonders bindungsfähig, da hier alle Korngrößen in gut durchmischter Form offen liegen. Das Walzen hat hierauf keinen negativen Einfluss. Lediglich dann, wenn die offene Tennisdecke über mehrere Wochen der Witterung ausgesetzt wäre, würde sich eine Entmischung der Korngrößen einstellen, die hinderlich für die Abbindung mit einer frischen Schicht wäre. Durch das Walzen der scharrierten Sportfläche wird eine Grundebenheit hergestellt, die für die Weiterbehandlung von großem Vorteil ist. Zudem werden tiefer liegende Schichten besser verdichtet und Schlacke zurück in den Boden gepresst. Auf diesen Schritt sollte nur dann verzichtet werden, wenn der Platz in einem außerordentlich guten und gepflegten Zustand ist. 

5. Schritt - Vorstreuen und Unebenheiten ausgleichen

Die Unebenheiten (Mulden und Senken) des Platzes sind nach dem Walzen gut auszumachen; neben jeder Unebenheit werden jetzt Vorstreuhaufen platziert. Zu empfehlen ist die Nutzung einrädriger Schubkarren. Sie können auf den Linien entlanggefahren werden, was Reifenspuren zu vermeiden hilft. Für die Grundlinienbereiche kann je eine halbe Schubkarre Tennissand gerechnet werden, andere Vertiefungen sind nach Bedarf zu versorgen. Eine ordentliche Einwinterung mag hier schon einen gewissen Ausgleich geschafft haben, zumeist bleibt aber für die FIS noch genügend Niveauunterschied übrig. Bei Belagsdurchtritten die bereits Grobkorn oder gar Schlacke freigelegt haben muss das Material zuerst durch Vorwalzen wieder in den Boden eingearbeitet werden! Die benötigte Menge neuer Sand wird neben den betroffenen Stellen aufgehäuft und mit der Schaufel strahlenförmig eingeworfen. Anschließend ist die Stelle großzügig quer und längs mit dem Schleppnetz zu egalisieren. Das Neumaterial muss angewalzt werden, bevor zum nächsten Arbeitsschritt übergegangen wird. Eine Kontrolle mit der Richtlatte sollte durchgeführt werden um sicherzustellen, dass keine Hügel zurückbleiben.

INFO: Es sollte niemals versucht werden, besonders große Niveauunterschiede auszugleichen, indem umso mehr Neumaterial aufgefüllt wird! Das Ziegelmehl bindet dann nicht mehr richtig ab und die betroffene Stelle bleibt eine pflegeintensive ‚Sandgrube‘. Mulden, die sich über Jahre hinweg ausgebildet haben, sind auch nur im Verlauf mehrerer  Jahre wieder auszugleichen.

6. Schritt - Neuen Sand einstreuen

Der neue Tennissand wird in 15 Haufen mit gleichmäßigen Abständen verteilt. Je drei Haufen in den Grundlinienbereichen, entlang der T-Linien und der Netzlinie. Es ist darauf zu achten, keine Linien mit dem Sand zu bedecken. Bei einer Sandmenge von 1,5 bis 2 Tonnen entspricht dies 16 Schubkarren voll, denn für die stark beanspruchten Grundlinienbereiche wird (nochmals) je eine halbe Schubkarre Sand zusätzlich benötigt. Sind die Materialhaufen verteilt, wird der frische Tennissand mit Schaufeln strahlenförmig vollständig auf dem Platz ausgestreut. Anschließend ist durch das Abziehen des Platzes mit Schleppnetzen das Material gleichmäßig zu verteilen.

TIPP: Investieren Sie Ihr gutes Geld nicht in Besandungsgeräte. Einen gleichmäßigen Materialauftrag durch gleichmäßiges Zugtempo zu gewährleisten ist kein einfaches Unterfangen. Verschiedene Abtragsstärken können zudem nicht berücksichtigt werden und bei falscher Handhabung verursachen die Geräte Reifenspuren in der Tennisdecke.

7. Schritt - Einarbeiten des Neumaterials - nass Einschlämmen

Die Schlämmmethode erzielt eine optimale Ebenheit des Platzes und die beste Verbundwirkung zwischen alter und neuer Sandschicht. Der Platz muss hierfür durchgefeuchtet und ein Wasserdruck von mind. 4 Bar für die Bewässerung mit dem Schlauch gewährleistet sein. Bei geringerem Wasserdruck reicht die Wassermenge nicht aus, um eine geeignete Schlämmpe herzustellen.

1. Vorbereitung

Als Zeitpunkt sollte für diese Arbeit der Vormittag oder der frühe Abend gewählt werden; aufgrund der geringeren Verdunstung wird so Wasser und Zeit gespart. Zunächst wird durch Beregnung eine Grundfeuchtigkeit des Platzes hergestellt; den Platz lässt man kurz ‚antrocknen‘ (der Platz wird so etwas fester und weniger anfällig für Spuren durch Stiefel und Schlauch).

2. Technik

Für die Bewässerung während des Schlämmens wird die Hand mit einem festen Gummihandschuh geschützt und der Wasserstrahl mit dem Daumen vor der Wasserspritze manuell versprengt. Diese Methode braucht ein wenig Übung. Von der häufig alternativ empfohlenen Verwendung einer Fächerdüse ist abzuraten, ihr geringer Wasserdurchfluss führt leicht zu Problemen durch rasche Abtrocknung. Zum Egalisieren der Deckschicht zieht eine Person rückwärtsgehend mit einem 2 bis 3 Meter breiten Gummihobel die Oberfläche glatt. Eine zweite Person führt indessen im Rücken der Person, die den Hobel führt – also schlämmt - laufend Wasser zu um das Material fließfähig zuhalten. Er bekommt vom Schlämmenden Anweisungen, wo und wann Wassergaben erforderlich sind. D.h. wenn bspw. absehbar ist, dass das Wasser, das sich am Hobel sammelt, für den Rest der Bahn ausreicht, wird derjenige, der bewässert auf die nächste Bahn weitergeschickt. Generell darf die bereits geschlämmte Fläche weder betreten, noch der Wasserschlauch darüber gezogen werden!

3. Ablauf

Die Vorgehensweise ist so zu planen, dass der Weg vom Wasseranschluss zum Platzausgang (am äußersten Rand der Sportfläche entlang!) als erstes geschlämmt wird, damit er beim Abschluss der Arbeiten schon etwas vorgetrocknet und besser begehbar ist. In unmittelbarer Nähe des Wasseranschlusses ist zu allerletzt zu schlämmen. Vertiefungen werden beim Schlämmen ausgeglichen, indem mit Feingefühl durch leichte Lenkbewegungen des Hobels größere Mengen an Neumaterial in die Vertiefungen eingezogen bzw. Materialerhöhungen ‚mitgenommen‘ werden.
Begonnen wird beim Schlämmen mit den Grundlinienbereichen in Richtung der Grundlinie, indem direkt am Rand des Platzes sehr intensiv gewässert und sofort mit dem Hobel eingeschlämmt wird. Direkt an den Grundlinien muss in der Regel nicht oder nur sehr wenig gewässert werden; aufgrund der dort regelmäßig bestehenden Mulden sammelt sich das Wasser des Außenbereiches automatisch in ausreichender Menge (auch wenn die Mulden bereits mit Neumaterial ausgeglichen wurden). Das Abziehen erfolgt stets in Bahnen (vglw. wie beim Aufbringen von Estrich). Bei der letzten Bahn jedes Grundlinienbereichs läuft der Schlämmer auf der Grundlinie entlang, dies verhindert Spuren in den weichen Muldenzonen. Nach den Grundlinienbereichen folgt das Schlämmen in Längsbahnen vom Außenbereich aus über das Spielfeld zum gegenüberliegenden Außenbereich. Wo immer möglich, geht der Schlämmer auch hierbei auf den Linien entlang. Kurz vor Beenden des Schlämmens wird die Wasserzufuhr eingestellt, der Schlauch vom Anschluss genommen und vom Platz getragen(!); dabei sind so wenige Fußspuren wie möglich zu machen und dicht am Zaun zu gehen. Auf keinen Fall darf das Spielfeld selbst betreten werden. Der Schlämmer beseitigt mit dem Hobel die restlichen Spuren, bevor er selbst den Platz verlässt.

4. Nachbereitung

Die Nachbereitung kann beginnen sobald der Platz wieder begehbar ist, es ist jedoch empfehlenswert, ihn ganze 2-3 Tage ruhen zu lassen. Mit dem Scharrierer (glatte Seite) werden die groben Schlämmspuren beseitigt. Mit einem Linienbesen sind die Linien zu säubern. Der Platz wird mit Ziegelmehl leicht nachgepudert und mit dem PVC-Besen in mehreren Richtungen abgezogen. Nach 2-3 Tagen ist der Platz zu walzen.

INFO: Andere Methoden der Einarbeitung von Neumaterial, wie etwa das Egalisieren mit Schleppnetzen und Besen, sind nicht sachgerecht und erzielen keine zufriedenstellenden Ergebnisse! Von solchen Behelfsmethoden ist mit Rücksicht auf Plätze und Spieler unbedingt abzulassen!

…oder trocken Einarbeiten

Ist der Platz insgesamt sehr trocken oder der nötige Wasserdruck von mind. 4 Bar auf dem Schlauch nicht gewährleistet, so kann der Platz nicht mit der Schlämmmethode egalisiert werden. In diesem Fall muss auf die Trockenmethode zurückgegriffen werden. Wie beim Schlämmen, jedoch ohne die Zugabe von Wasser, wird die Tennisdecke mit einem breiten Gummihobel geglättet. Durch die gezielte Führung des Hobels wird auch hier das neue Material in vorhandene Vertiefungen eingezogen und man erhält eine ebenflächige Deckschicht. Anschließend wird der Platz nochmals mit einem Schleppnetz abgezogen und dann per Beregnungsanlage bewässert. Alternativ können Flächenregner eingesetzt werden. Vom Gebrauch eines Schlauches mit Fächerdüse ist auch hier möglichst abzusehen, da der Wasserschlauch in der noch ungewalzten frischen Deckschicht Spuren hinterlässt, die hinterher nur sehr schwer zu egalisieren sind. Hat der Platz die richtige Feuchtigkeit, sind zunächst die Linien zu reinigen, danach wird nach der oben beschriebenen Vorgehensweise nochmals gewalzt. Abschließend ist der Platz mit einem Schleppnetz oder Besen abzuziehen und nachzupudern.

8. Schritt - Nach der FIS

Nach der Frühjahrsinstandsetzung benötigt die Tennisdecke zum Abbinden je nach Witterung einen Zeitraum zwischen 10 und 14 Tagen, erst dann kann sie allmählich ‚eingespielt‘ werden. Innerhalb dieser Folgezeit muss der Platz mehrfach stark bewässert und so häufig wie möglich mit Schleppnetzen abgezogen werden (dies gleicht letzte Unebenheiten aus und verhindert, dass sich die Korngrößen des neuen Ziegelmehls entmischen). Insbesondere an den Linien und Unebenheiten ist wiederholt weiterer frischer Sand nachzustreuen, zu egalisieren und einzuschwemmen. Während der Nachpflege sollte auf das Abfegen der Linien verzichtet werden; die Linien erhalten eine wesentlich bessere Verbindung mit dem Boden, wenn sich das frische Material durch die Schlitze und von den Seiten her weiter unter den Linien einschwemmen kann. Ein- bis zweimal ist zu Walzen (nicht mehr walzen, wenn der Platz bereits fußfest ist!), wobei der Platz zwischen den einzelnen Pflegevorgängen stets mindestens einen Tag ruhen muss, damit das Material sich setzen, abtrocknen und abbinden kann. Die beste Wirkung auf den Abbindevorgang hat der Wechsel von Wasser und Wärme (Sonne); damit hat auch hier die Witterung entscheidenden Einfluss darauf, wie schnell der Platz in Betrieb genommen werden kann. Es ist dringend davon abzuraten, die gewünschte Verdichtung durch vermehrtes Walzen zu beschleunigen. Zu häufiges Walzen schadet der Tennisdecke, da es die ‚natürliche‘ Verzahnung der Schichten behindert, die Feuchtigkeit aus dem Boden presst und die plattenartige Verschiebung einzelner Belagsschichten begünstigt. 

Ist der Platz ausgehärtet darf er nicht mehr gewalzt werden, da dies die erreichte Bindung des Materials reißen und zerbröseln lassen würde. Das Grobkorn, das im Zuge der Nachpflege auf der Tennisdecke zurückbleibt, ist nach der Abbindung der Deckschicht abzutragen. Gerade innerhalb der ersten sechs Wochen nach Aufnahme des Spielbetriebs ist besonders darauf zu achten, dass Nutzungsspuren sofort ausgebessert werden und auch die üblichen Saisonpflegearbeiten (Abziehen, Nachsanden, Wässern) sind in diesem Zeitraum so oft und so sorgfältig wie möglich zu leisten.
Mit etwas Routine ist die Frühjahrsinstandsetzung eines Platzes mit drei Personen innerhalb eines Tages zu vollbringen. Hinzu kommen die abschließende Veredelungsarbeit, bei der die Spuren der Einbauprozedur von der neuen Deckschicht entfernt werden und natürlich die Nachpflegearbeiten bis zur Inbetriebnahme des aufbereiteten Sandplatzes. Die Durchführung aller Arbeitsschritte in der richtigen Reihenfolge und mit der größten Gewissenhaftigkeit ist unabdingbar, wenn man mit einwandfreien Tennisplätzen in die Saison starten möchte. Nachlässigkeiten hingegen wirken sich nicht nur auf die bevorstehende Saison, sondern auch auf die Folgejahre aus.

TIPP: Liegen mehrere Spielfelder direkt nebeneinander, lassen sich manche Arbeitsschritte optimieren, z.B. spart man Zeit, indem man die Linien aller Plätze in einem Zug walzt, d.h. etwa, erst alle Grundlinien der einen Seite zu befahren und dann die Walze zu wenden um über die Longline des letzten Platzes zu den Grundlinien der anderen Seite zu wechseln, ebenso können die Grundlinienbereiche so in einem durch gewalzt werden etc. Je nachdem, was die Anlage zulässt, kann man sich mit etwas Organisation manchen Ablauf vereinfachen und verkürzen, ohne dass dabei die Sorgfalt auf der Strecke bleibt.

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