FIS 2018 - Wintereinbruch verursacht Termindruck

Das Wetter kann man nicht planen. Der Frühling ließ in diesem Jahr besonders lange auf sich warten. Anfang März machte sich in ganz Deutschland der Winter nochmal ordentlich breit: Schneefall, eisige Minusgrade und natürlich auch fest gefrorene Böden. Was für die meisten schlicht Grund für schlechte Laune ist, verwirft für Firmen, die sich der Tennisplatzpflege widmen, ganze Terminpläne.

Da die Außenspielanlagen wieder durchfrosteten, verschoben sich die Frühjahrsinstandsetzungen um mehr als eine Woche. Vor allem Firmen mit vollem Programm kamen dadurch ins Schleudern. Doch warum macht uns das Wetter eigentlich so einen Strich durch die Rechnung?
Bei Bodenfrost wird durch die Eisbildung des Wassers die Kornverzahnung der Tennisplatzdecke aufgesprengt, dies nennt man Frostverwitterung. Die Frostverwitterung gehört zu den physikalischen Verwitterungsformen und setzt das Wirken von physikalischen Kräften zum Beispiel durch Wind, Temperatur oder Wasser voraus. Sie wird ausgelöst durch Frostwechsel, also vermehrtes Schmelzen und Gefrieren von Wasser in den Poren des Bodens. Wasser besitzt seine größte Dichte bei vier Grad Celsius. Gefriert es, breitet es sich aus beziehungsweise nimmt an Dichte ab. Da die mit Flüssigkeit gefüllten Bodenporen nun mehr Platz beanspruchen – das Volumen nimmt um circa neun Prozent zu – kommt es zu erhöhtem Druck. Gibt es eine offene Seite, wird der Gesteinsverband kaum bis gar nicht beansprucht. Ist dies nicht der Fall, werden die Gesteinsschichten gelockert und drängen an die Oberfläche, da dies der leichteste Weg des Druckausgleichs ist. So passiert es, dass sich die unteren, grobkörnigeren Schichten durch die obere, sehr feinkörnige Ziegelmehlschicht hocharbeiten können. Dadurch werden, zusätzlich zur unerwünschten Materialverwerfung, Löcher in die Platzdecke gerissen.
Bei der Frühjahrsinstandsetzung werden diese Materialfehler zwar ausgebessert, doch bewässert man die Spielstätten auch gründlich. Ist es zu kalt, dehnt sich das in den Boden gesickerte Wasser wieder aus und reißt abermals Löcher in die Ziegelmehloberfläche. Man hätte also nicht nur „die ganze Arbeit umsonst“ gemacht, sondern würde zudem kontraproduktiv gegen die Verdichtung des Platzes vorgehen – welchen Zweck das Bewässern eigentlich erfüllen soll. Daher ist abzuwarten, bis die Temperaturen wieder konstant über vier Grad ansteigen, damit das Wasser wieder seine übliche Dichte annimmt und Frostwechsel ausgeschlossen sind. Und damit sind auch die Bodentemperaturen gemeint. Hiermit auch an alle Selbermacher der gut gemeinte Rat: Warten Sie lieber ab! Ihre Plätze werden es Ihnen danken. Nur warum ist das Wetter eigentlich so unbeständig gewesen?
Da sich im Zentrum zweier Hochdruckgebiete ein Tiefdruckgebiet verlagerte, veränderten sich die nahe des Tief-Kerns befindlichen Strömungen viel schneller als die am Rand gelegenen. Dort ist die Strömungsgeschwindigkeit geringer. Dies kann dazu führen, dass sich der Frontverlauf von der ursprünglich senkrechten Strömung in eine strömungsparallele Lage umwandelt. Deswegen können an dieser sogenannten Luftmassengrenze, abhängig von der vordrängenden Luftmasse, abwechselnd Kalt- und Warmfrontabschnitte auftreten. Das Wetter gestaltete sich also extrem wechselhaft. Aber was soll’s: Nach Regen kommt bekanntlich Sonnenschein und die Frühjahrsinstandsetzung kann beginnen! Wenn auch etwas später. Wer weiß, vielleicht ist es ja dafür im Herbst länger warm... 

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