Die Frühjahrsinstandsetzung auf deutschen Tennisplätzen verzögert sich

2013 Schneeschaufel statt Tennisschläger

Er machte allen zu schaffen: Der Winter 2012/2013 schien einfach kein Ende nehmen zu wollen. Während für viele Kinder das größte damit verbundene Problem wohl darin bestand, Anfang April im Schnee nach Ostereiern suchen zu müssen, hatten die Wetterkapriolen für viele andere Menschen weitaus schwerwiegendere Folgen. Hierzu zählten auch die Tennisvereine. 

An eine Frühjahrsinstandsetzung war vor dem Osterfest, das kälter ausfiel als das vergangene Weihnachten, in weiten Teilen Deutschlands überhaupt nicht zu denken. Da den Tennisservice-Firmen, die oft einen vollgepackten Terminplan haben, der gesamte März und Teile des Aprils aufgrund des Wetters wegfielen, wurde die Sache zu einem echten Problem, vor allem für die Vereine, die am Ende der Terminliste standen.
Mit den ersten Sonnenstrahlen und warmen Temperaturen riefen verständlicherweise alle Vereine gleichzeitig „hier“. Nicht nur die Tennisservice-Firmen mussten dann häufig antworten: „Tut uns leid, wir können nicht überall gleichzeitig sein.“ Die Probleme wirkten sich auf alle Beteiligten in der Branche aus. Auch die Sandlieferanten kamen kaum mit den Lieferungen hinterher, weil zwischenzeitlich alle Auslieferungen gestoppt werden mussten. Die Spediteure arbeiteten im Akkord, um die geballten Lieferungen bewältigen zu können. Auf den Anlagen angekommen, offenbarte sich den Tennisplatzbauern häufig erst das ganze Ausmaß des späten Wintereinbruchs und des kältesten März seit Jahrzehnten. Feuchte und aufgeweichte Plätze und vom Frost geplatzte Wasserleitungen machten die Arbeiten nicht gerade einfacher. Doch damit nicht genug. Häufige und teils starke Regenfälle besonders im Südwesten Deutschlands behinderten die Arbeiten auch nach dem Abzug des Winters.
Der eine oder andere Landesverband reagierte auf die Situation und gestattete seinen Mitgliedsvereinen, Punktspiele bis zu einem bestimmten Zeitpunkt in beiderseitigem Einvernehmen der Kontrahenten zu verlegen, da die Instandsetzung und Bespielbarkeit der Tennisplätze vielerorts erst deutlich später als üblich gewährleistet werden konnte. Einige Vereine mussten ihre Saisoneröffnung verschieben, andere mussten sogar Wettkämpfe auf andere Anlagen verlegen.
Die Hartnäckigkeit von Väterchen Frost in diesem Frühjahr hat selbst erfahrene Tennisplatzbauer überrascht. „So wie dieses Jahr habe ich das noch nicht erlebt“, sagt Rüdiger Vierhock, den die Situation an seine Zeit in Schleswig-Holstein Mitte der 90er Jahre erinnerte. Damals sei die Ostsee zugefroren gewesen, ein extrem kalter Ostwind sorgte dafür, dass bis circa zum 10. April auf den Tennisplätzen gar nichts getan werden konnte. „Das war aber nur begrenzt auf dieses Gebiet, nicht deutschlandweit wie in diesem Jahr“, betont er. Obwohl Vierhock trotz der widrigen Umstände insgesamt nur eine Woche länger brauchte als geplant, hofft er für die kommenden Jahre auf besseres Wetter. „Das ist nichts, was man sich als Tennisplatzbauer nochmal wünschen würde, zum Teil hatten ja auch die Vereine darunter zu leiden“, so sein Fazit. Fabian Kappel

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